187.744 Betriebe weg: Schließungswelle auf 20-Jahres-Hoch
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187.744 Unternehmen haben im vergangenen Jahr in Deutschland die Türen geschlossen. Laut Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist das der höchste Wert seit fast 20 Jahren. Hohe Energiekosten, fehlende Fachkräfte und mangelnde Nachfolge treffen den Mittelstand gleichzeitig.
Drei Faktoren, die Betriebe in die Knie zwingen
Die Energiekosten in Deutschland sind seit Jahren hoch. Für viele kleine Betriebe bedeutet das dauerhaften Kostendruck. Wer keine Reserven hat, überlebt das nicht lange.
Der Fachkräftemangel verschärft die Situation. Handwerksbetriebe, Gastronomie, Logistik: Viele Branchen finden kein Personal. Aufträge können nicht abgearbeitet werden, Umsatz bleibt aus.
Dazu kommt das Thema Nachfolge. Viele Inhaber gehen in Rente. Einen Käufer oder Nachfolger zu finden, ist schwieriger geworden. Wenn niemand übernimmt, schließt der Betrieb – auch wenn er wirtschaftlich gesund wäre.
Nicht nur Insolvenzen: Auch gesunde Firmen kapitulieren
Nicht alle 187.744 Schließungen sind Insolvenzen. Ein Teil der Betriebe war wirtschaftlich nicht am Ende. Die Inhaber haben freiwillig aufgegeben.
Wenn ein Unternehmer aufgibt, obwohl der Betrieb läuft, ist das ein Warnsignal. Es bedeutet: Die Rahmenbedingungen sind so ungünstig, dass sich das Weitermachen nicht mehr lohnt. Bürokratie, Steuerlast und Planungsunsicherheit tragen dazu bei.
Bestimmte Branchen besonders hart getroffen
Die Zahlen sind nicht gleichmäßig über alle Branchen verteilt. In einigen Bereichen sind die Schließungsraten besonders stark gestiegen. Das Gastgewerbe gehört dazu, ebenso der Einzelhandel und das Baugewerbe.
Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen spürt das deutlich. Betriebe aus dem Bereich Bau und Ausbau kämpfen mit wegbrechenden Aufträgen. Die Bauwirtschaft in NRW hat in den vergangenen Jahren massiv an Volumen verloren.
Was das für NRW bedeutet
Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland mit den meisten kleinen und mittleren Unternehmen. Was bundesweit passiert, trifft NRW deshalb besonders stark.
Wenn Betriebe schließen, verschwinden Ausbildungsplätze. Regionale Versorgung bricht weg. In kleineren Städten und ländlichen Kreisen fehlt dann der Handwerker, der Bäcker, die lokale Werkstatt.
Die Landesregierung hat Programme zur Unternehmensnachfolge aufgelegt. Doch viele Betroffene wissen nicht, welche Hilfe sie in Anspruch nehmen können.
Creditreform erhebt Daten zu Schließungen
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erhebt regelmäßig Daten zu Firmenpleiten und Schließungen. Die aktuellen Zahlen stammen aus ihrer Auswertung für das vergangene Jahr.
Creditreform unterscheidet dabei zwischen Insolvenzen und stillen Liquidationen. Die Gesamtzahl von 187.744 Schließungen umfasst beide Kategorien und geht damit über reine Insolvenzstatistiken hinaus.
Fazit
187.744 Schließungen in einem Jahr sind kein Randphänomen. Sie zeigen, wie viel Druck auf dem deutschen Mittelstand lastet. Energiekosten, Personalmangel und fehlende Perspektiven wirken zusammen. Für Nordrhein-Westfalen gilt das in besonderem Maß.



