Bauen

65.000 Quadratmeter: Logicor plant Logistikbau in Frechen

Das brachliegende Gelände des früheren Kaufhof-Zentrallagers in Frechen bekommt eine neue Nutzung. Der europäische Logistikimmobilien-Investor Logicor plant dort eine Halle mit einer Gesamtfläche von fast 65.000 Quadratmetern. Das Objekt soll vermietet werden. Der Zeitplan ist ambitioniert: Ab dem 1. September des kommenden Jahres soll das Bauprojekt starten.

Vom Kaufhof-Lager zur modernen Logistikfläche

Das Gelände in Frechen hat eine wechselvolle Geschichte. Das Kaufhof-Zentrallager schloss 2019 seine Tore. Seitdem stand das Areal leer. Die Gebäude wurden abgerissen. Danach suchte Eigentümer Logicor nach einer neuen Nutzung für den Standort.

Ein erster Anlauf scheiterte im September 2024. Die Richter und Frenzel Gruppe hatte konkrete Pläne für das Gelände. Der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik-Großhändler wollte dort ein Logistikzentrum errichten. Die Verhandlungen waren weit fortgeschritten. Letzte Details für den Bauantrag standen kurz vor dem Abschluss.

Dann kam die Absage. Kommunikationsleiter Benedikt Schellenberger begründete den Rückzug mit den schwierigen Marktbedingungen im SHK-Bereich. Das Unternehmen habe seine Expansionspläne für NRW kurzfristig anpassen müssen. Frechen fiel damit als Standort aus.

Logicor sucht Mieter für Neubau

Logicor hat nach dem Rückzug von Richter und Frenzel die eigene Strategie geändert. Statt einen einzelnen Großmieter zu suchen, plant der Eigentümer nun den Bau auf eigene Rechnung. Die fertige Immobilie soll anschließend vermietet werden. Damit trägt Logicor das Entwicklungsrisiko selbst.

Die geplante Gesamtfläche von knapp 65.000 Quadratmetern macht das Projekt zu einem der größeren Logistikvorhaben im Rhein-Erft-Kreis. Frechen liegt verkehrsgünstig nahe der Autobahn A4 und in unmittelbarer Nähe zu Köln. Das macht den Standort für Logistikunternehmen attraktiv.

Logicor steht nach eigenen Angaben in engem Austausch mit der Stadt Frechen. Die Abstimmung über das Vorhaben läuft. Ein konkreter Baubeginn ist für September des nächsten Jahres vorgesehen.

Auch interessant  Sanierung der Tunnelkette Oberkassel: Modernisierungsprojekt auf der B42 gestartet

Gewerbeentwicklung in Frechen mit Dynamik

Das Logicor-Projekt ist nicht das einzige Gewerbevorhaben in Frechen. Die Stadt entwickelt mehrere Standorte weiter. Auf einem rund 18.000 Quadratmeter großen Areal, das 2020 durch einen Großbrand zerstört wurde, entstand das Business Center Frechen. Es bietet Mietbüros und Coworking-Spaces an.

Frechen verfolgt damit einen breiten Ansatz bei der Gewerbeentwicklung. Neben klassischen Logistikflächen entstehen auch moderne Arbeitswelten für kleinere Unternehmen und Gründer. Die Stadt will unterschiedliche Nutzungen auf ehemaligen Industriebrachen ansiedeln.

SHK-Branche unter Druck

Der Rückzug von Richter und Frenzel zeigt die Lage im Sanitär- und Heizungshandel. Die Branche steht unter erheblichem Druck. Gestiegene Zinsen, rückläufige Bauaktivitäten und eine zurückhaltende Nachfrage belasten die Unternehmen. Expansionsinvestitionen werden verschoben oder gestrichen.

Richter und Frenzel ist einer der führenden Fachgroßhändler für Sanitär, Heizung und Klima in Deutschland. Das Unternehmen hatte die NRW-Expansion offenbar gut vorbereitet. Dass die Pläne so kurz vor dem Abschluss gestoppt wurden, verdeutlicht den Ernst der Lage in der Branche.

Fazit

Das ehemalige Kaufhof-Gelände in Frechen findet nach Jahren des Leerstands eine neue Perspektive. Logicor drückt aufs Tempo und will schon ab Herbst nächsten Jahres bauen. Fast 65.000 Quadratmeter neue Logistikfläche können für den Standort Frechen wirtschaftliche Impulse bringen. Ob der ambitionierte Zeitplan hält, wird sich zeigen. Die Abstimmung mit der Stadt läuft.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"