Handwerk

925 neue Meister in Düsseldorf: Kammer fordert weniger Bürokratie

Im Düsseldorfer Dome haben hunderte Handwerkerinnen und Handwerker ihren Meisterbrief entgegengenommen. Die Handwerkskammer Düsseldorf vergab 925 Meisterbriefe. Die Feier stand unter einem klaren Signal: Gratulation auf der einen Seite, deutliche Kritik an der Politik auf der anderen.

Jubiläum mit Botschaft

Es war die 75. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst nahm an der Veranstaltung teil. Kammerpräsident Andreas Ehlert nutzte die Bühne für klare Worte. Er mahnte Steuer- und Abgabenentlastungen an. Und er forderte einen spürbaren Abbau von Bürokratie.

18 Jahrgangsbeste wurden besonders ausgezeichnet. Sie stehen für einen Jahrgang, der sich unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen durchgesetzt hat. Steigende Betriebskosten, komplexe Vorschriften und kommunale Steuererhöhungen belasten die Betriebe.

Ehlerts Kernforderung: Entlasten statt fördern

Ehlert kritisierte ein verbreitetes politisches Muster. Immer neue Förderprogramme würden aufgelegt. Die Bedingungen seien so komplex, dass kaum jemand noch durchblicke. Seine Schlussfolgerung war eindeutig: Entlasten sei besser als fördern.

Bei neuen Gesetzen müsse zuerst geprüft werden, ob kleine Betriebe die Anforderungen überhaupt bewältigen können. Das Handwerk bestehe mehrheitlich aus Kleinstunternehmen. Ein Tischlereibetrieb mit fünf Mitarbeitern kann keine Compliance-Abteilung unterhalten.

Kritik an NRW-Kommunen

Ehlert griff auch die Kommunen in NRW direkt an. Viele Städte und Gemeinden hätten die Grundsteuer und die Gewerbesteuer erhöht. Das verengere die finanziellen Spielräume der Handwerksbetriebe. Gerade für Betriebe in der Wachstumsphase sei das ein Problem.

Wer gerade einen Betrieb übernommen oder gegründet hat, braucht Planungssicherheit. Steigende kommunale Abgaben konterkarieren genau das. Die Kammer sieht hier einen strukturellen Widerspruch zur politischen Förderung des Handwerks.

Mehr Vertrauen in das Handwerk

Ehlert forderte von der Politik grundsätzlich mehr Vertrauen in das Handwerk. Handwerkerinnen und Handwerker seien ausgebildete Fachleute. Sie bräuchten keinen bürokratischen Vormund für jede Entscheidung im Betriebsalltag.

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Diese Forderung zieht sich wie ein roter Faden durch die Meisterfeiern der vergangenen Jahre. Bereits 2022 hatte Ehlert ähnliche Appelle gerichtet. Damals standen 826 neue Meister im Mittelpunkt. Der Ton der Kammer gegenüber der Politik ist seither nicht milder geworden.

Schwarzarbeit als Wettbewerbsproblem

Ein weiteres Dauerthema ist die Schwarzarbeit. Sie benachteiligt Betriebe, die korrekt abrechnen und ihre Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig beschäftigen. Die Kammer hat wiederholt eine konsequentere Verfolgung gefordert. Faire Wettbewerbsbedingungen seien Grundvoraussetzung für einen gesunden Markt.

Fazit: Stolz und Klartext

Die Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf war mehr als eine Feierstunde. Sie war ein Signal. 925 neue Meister zeigen, dass das Handwerk lebendig ist und Nachwuchs findet. Gleichzeitig macht die Kammer klar, dass politische Rahmenbedingungen stimmen müssen. Weniger Bürokratie, niedrigere Abgaben und echtes Vertrauen in handwerkliche Kompetenz: Das sind die Forderungen. Sie sind nicht neu. Aber sie bleiben dringend.

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