Aachen: 13 Prozent weniger neue Azubis im IHK-Bezirk
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Der Ausbildungsmarkt im Raum Aachen gerät unter Druck. Die Industrie- und Handelskammer Aachen meldet für das Ausbildungsjahr 2026 insgesamt 2.566 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von 13,1 Prozent. Betroffen sind die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg.
Industrie und Handel verlieren Ausbildungsnachwuchs
Der Rückgang konzentriert sich auf die Bereiche Industrie und Handel. Dort sinkt die Zahl der Neuverträge spürbar. Tausende Betriebe in der Region suchen Fachkräfte für die kommenden Jahre, doch weniger Jugendliche entscheiden sich für den Einstieg in eine klassische Berufsausbildung.
Die IHK Aachen nennt mehrere Ursachen: Besetzungsprobleme auf Betriebsseite und eine sinkende Ausbildungsreife bei Bewerbern. Das geht auch aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags hervor. Viele Stellen bleiben unbesetzt, weil Bewerber und Betriebe nicht zusammenkommen.
Handwerk zeigt sich stabiler
Ein anderes Bild zeigt die Handwerkskammer Aachen. Die HWK meldet für ihr Ausbildungsjahr stabile Zahlen. Das Handwerk profitiert von anhaltendem Interesse an Berufen mit praktischer Ausrichtung. Berufe in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gehören zu den gefragten Feldern.
Damit offenbart sich eine Spaltung des regionalen Ausbildungsmarkts. Während das Handwerk seine Ausbildungszahlen halten kann, verliert der IHK-Bereich deutlich an Boden.
Noch freie Plätze für Kurzentschlossene
Trotz des Rückgangs bei eingetragenen Verträgen sind viele Ausbildungsplätze in der Region noch unbesetzt. Die IHK Aachen weist ausdrücklich auf Chancen für Kurzentschlossene hin. Jugendliche, die sich noch nicht festgelegt haben, können sich weiterhin um freie Stellen bewerben.
Gerade in kaufmännischen Berufen und im industriellen Bereich suchen Betriebe dringend Nachwuchs. Wer jetzt handelt, hat reelle Chancen auf einen Ausbildungsvertrag zum laufenden Jahrgang.
Strukturelle Herausforderungen für den Mittelstand
Für den Mittelstand in der Aachener Region hat der Trend ernste Konsequenzen. Kleine und mittlere Unternehmen tragen den Großteil der dualen Ausbildung. Sie investieren in Ausbildungsplätze, finden aber zu wenige geeignete Bewerber.
Das Ausbildungsjahr 2026 zeigt: Der demografische Wandel und veränderte Berufswünsche junger Menschen setzen den regionalen Unternehmen zu. Viele Betriebe konkurrieren untereinander um Azubis, aber auch mit Hochschulen und akademischen Angeboten.
Die Arbeitsagentur Aachen-Düren hat das Thema gemeinsam mit IHK und HWK auf einer Pressekonferenz öffentlich gemacht. Das Signal ist klar: Der Ausbildungsmarkt braucht mehr Aufmerksamkeit von Schulen, Eltern und der Politik.
Alarm für die Fachkräftebasis
Ein Minus von 13,1 Prozent bei neuen IHK-Ausbildungsverträgen ist kein statistisches Rauschen. Es ist ein konkretes Warnsignal für die Wirtschaftskraft der Region. Betriebe, die heute keine Azubis finden, fehlen morgen die Fachkräfte. Der Handlungsbedarf ist groß, für Unternehmen, Kammern und die Politik gleichermaßen.



