AfD an der Macht: Wirtschaft fürchtet Investitions- und Fachkräfteabfluss
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Ein AfD-geführtes Land Sachsen-Anhalt würde Investoren abschrecken und Fachkräfte aus dem Ausland vertreiben. Das ist die Einschätzung führender Wirtschaftsvertreter und Ökonomen. Die wirtschaftlichen Risiken wären erheblich, so der Tenor.
Scharfe Kritik aus der Chefetage
Christian Bruch, Vorstandschef des DAX-Konzerns Siemens Energy, hat das AfD-Wahlprogramm offen kritisiert. Er nannte es schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Das Programm greife teilweise demokratische Strukturen an. Bruch bezeichnete das als absolut kritisch. Andere Unternehmensvertreter äußern sich ähnlich besorgt.
Siemens Energy beschäftigt weltweit zehntausende Mitarbeiter und ist auf qualifizierte internationale Fachkräfte angewiesen. Für solche Unternehmen ist das politische Klima eines Standorts ein harter Standortfaktor.
Ökonomen sehen strukturelle Risiken
Auch aus der Wissenschaft kommen Warnungen. Wirtschaftsweise Monika Schnitzer erwartet bei einer AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt erhebliche Schwierigkeiten. Besonders betroffen wären ausländische Investitionen und Fachkräfte von außerhalb Deutschlands. Beide Gruppen reagieren sensibel auf das politische Umfeld einer Region.
Sachsen-Anhalt kämpft bereits seit Jahren mit demografischen Problemen. Die Bevölkerung schrumpft, qualifizierte Arbeitskräfte fehlen in vielen Branchen. Vor diesem Hintergrund wiegt die Warnung vor einem weiteren Rückgang der Attraktivität schwer.
Was das für den Mittelstand bedeutet
Kleine und mittlere Unternehmen spüren Fachkräftemangel besonders stark. Sie können nicht mit den Gehältern von DAX-Konzernen mithalten und sind auf Zuwanderung von Fachpersonal angewiesen. Ein politisches Klima, das Zuwanderung ablehnt, schadet diesen Betrieben direkt.
Dazu kommt die Investitionsfrage. Unternehmen, die neue Standorte oder Werke planen, wägen politische Stabilität und gesellschaftliche Offenheit ab. Regionen mit extremen Mehrheiten gelten in solchen Abwägungen oft als Risikofaktoren. Das gilt auch für Sachsen-Anhalt im Falle einer AfD-Regierung.
Ausstrahlung auf NRW
Für Nordrhein-Westfalen hat die Debatte eine indirekte Bedeutung. NRW konkurriert mit anderen Bundesländern um Investoren und qualifizierte Arbeitskräfte. Wenn ostdeutsche Bundesländer an Attraktivität verlieren, kann das Fachkräfte und Kapital nach Westen lenken. Es kann aber auch das Gesamtbild Deutschlands als Investitionsstandort beschädigen und alle Bundesländer treffen, auch NRW.
Mittelständler in Nordrhein-Westfalen verfolgen die Entwicklungen in Sachsen-Anhalt deshalb aufmerksam. Viele von ihnen haben Lieferketten, Kunden oder Niederlassungen in anderen Teilen Deutschlands.
Politisches Klima als Wirtschaftsfaktor
Wirtschaft und Politik sind nicht trennbar. Das politische Klima einer Region beeinflusst, ob Unternehmen investieren, ob Fachkräfte bleiben oder gehen, ob Arbeitnehmer aus dem Ausland kommen wollen. In der aktuellen Diskussion um Sachsen-Anhalt werden diese Zusammenhänge besonders deutlich benannt.
Unternehmensvertreter wie Christian Bruch mischen sich selten in Wahlkämpfe ein. Dass sie es jetzt tun, zeigt, wie ernst die Wirtschaft die möglichen Folgen einer AfD-Regierung einschätzt.
Fazit
Die Warnungen von Ökonomen und Unternehmenschefs sind eindeutig: Ein AfD-geführtes Sachsen-Anhalt würde Investitionen und Fachkräfte abschrecken. Für ein Bundesland, das ohnehin mit Strukturschwäche und Bevölkerungsrückgang kämpft, wäre das eine zusätzliche Belastung. Ob die Wählerinnen und Wähler diese Einschätzung teilen, entscheidet die Landtagswahl.



