Ausbildungsstart OWL: 5.700 neue Azubis, 1.000 Stellen frei
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Knapp 5.700 junge Menschen haben in diesem Sommer eine Ausbildung im Bezirk der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld begonnen. Das meldete die Kammer am 1. September 2026. Allein im August kamen 566 neue Azubis hinzu. Ostwestfalen-Lippe schneidet damit besser ab als der Landesdurchschnitt in Nordrhein-Westfalen.
Markt erholt sich, bleibt aber schwach
Der Ausbildungsmarkt in der Region zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung, der Gesamttrend bleibt aber verhalten. Die Zahlen liegen unter den Werten früherer Jahre. Das Niveau von vor der Corona-Pandemie ist nicht erreicht.
Für Betriebe in der Region bedeutet das: Der Wettbewerb um Bewerber bleibt hart. Viele Unternehmen kämpfen darum, ihre Ausbildungsplätze überhaupt zu besetzen. Mehr als 1.000 Lehrstellen in Ostwestfalen sind nach Angaben der IHK noch offen.
Zwei Geschwindigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt
Die Entwicklung verläuft nicht einheitlich. Handwerksbetriebe melden in der Region Zuwächse bei den Neuabschlüssen. Bei den IHK-zugehörigen Betrieben, also Industrie, Handel und Dienstleistungen, zeigt sich dagegen ein Minus.
Das spiegelt die Lage auf dem gesamten Arbeitsmarkt wider. Industriebetriebe kämpfen mit schwächerer Konjunktur. Handwerksbetriebe profitieren von einer stabilen Nachfrage im Bau und bei Dienstleistungen.
Belastung der Azubis wächst
Der aktuelle Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds zeigt: Viele Auszubildende in NRW fühlen sich psychisch belastet. Überstunden, fehlende Betreuung und Aufgaben außerhalb des Ausbildungsplans gehören zu den häufigen Kritikpunkten.
Für Betriebe ist das ein Signal. Wer Azubis gewinnen und halten will, muss auch die Qualität der Ausbildung im Blick behalten. Gute Betreuung und klare Strukturen sind dabei keine Kür, sondern Voraussetzung.
Gewerbesteuer belastet Ausbildungsbetriebe zusätzlich
Parallel zur Nachwuchssuche wächst der finanzielle Druck auf viele Betriebe. 16 der 49 Kommunen im IHK-Bezirk Ostwestfalen haben ihre Gewerbesteuerhebesätze für 2026 angehoben. Die IHK warnt vor einer weiteren Belastungsspirale. Gerade kleine und mittlere Unternehmen spüren steigende Hebesätze direkt in ihrer Liquidität.
Wer als Betrieb weniger Spielraum hat, investiert auch weniger in Ausbildung. Der Zusammenhang zwischen Steuerlast und Ausbildungsbereitschaft zeigt sich in konkreten Entscheidungen vor Ort.
Fazit
Ostwestfalen-Lippe steht beim Ausbildungsstart besser da als NRW insgesamt. Doch mehr als 1.000 offene Stellen zeigen, dass der Bedarf der Betriebe nicht gedeckt ist. Handwerk und IHK-Betriebe entwickeln sich auseinander, der Druck auf Azubis steigt, und die Kostenlast für Unternehmen wächst.



