Ausbildungszahlen im NRW-Handwerk stabil – Baugewerbe mit Zuwächsen
Stell dir vor, in nur zehn Monaten beginnen über 3.600 junge Menschen eine handwerkliche Lehre in einer einzigen Region. Genau das meldete die Handwerkskammer Dortmund für den Zeitraum Januar bis Oktober 2025.
Am 9. Januar 2026 präsentierte Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW, diese und weitere aktuelle Daten. Sie zeigen ein klares Bild: Die duale Berufsausbildung in Nordrhein-Westfalen hält sich wacker.
Das ist eine starke Leistung. Vor allem, wenn man die angespannte wirtschaftliche Lage bedenkt. Der Sektor mit seinen rund 200.000 Betrieben und 1,1 Millionen Beschäftigten ist ein gewichtiges Fundament für das ganze Land.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Baugewerbe. Hier gab es im vergangenen Jahr sogar spürbare Zuwächse. Das sendet ein hoffnungsvolles Signal für die kommenden Jahre.
Diese stabilen Zahlen sind entscheidend. Sie sichern den Nachwuchs an Fachkräften. Für dich als jungen Menschen eröffnen sich hier echte Perspektiven. Das Handwerk investiert weiter in die Zukunft.
Kernaussagen
- Die Ausbildungszahlen im nordrhein-westfälischen Handwerk bleiben trotz wirtschaftlicher Herausforderungen stabil.
- Das Baugewerbe verzeichnet sogar positive Zuwächse bei den neuen Lehrverträgen.
- Mit etwa 200.000 Betrieben ist das Handwerk eine zentrale wirtschaftliche Säule in NRW.
- Die stabilen Zahlen sind fundamental für die künftige Sicherung von Fachkräften.
- Die duale Berufsausbildung bietet jungen Menschen attraktive und zukunftssichere Perspektiven.
- Die konkreten Daten basieren auf der Präsentation von HANDWERK.NRW-Präsident Andreas Ehlert im Januar 2026.
- Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe bleibt hoch, was die Widerstandsfähigkeit des Sektors unterstreicht.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im nordrhein-westfälischen Handwerk
Viele Betriebe im nordrhein-westfälischen Handwerk spüren seit über einem Jahr eine anhaltende Stagnation. Das Geschäftsklima zeigt kaum Dynamik.
Rückläufige Umsätze und weniger neue Aufträge prägen die Lage in vielen Gewerken.
Aktuelle Lage und wirtschaftliche Einflüsse in den Betrieben
Für das laufende Jahr wird ein leichter nominaler Umsatzzuwachs erwartet. Preisbereinigt bleibt die reale Entwicklung jedoch negativ.
Die Beschäftigung wird voraussichtlich um etwa 1,5 Prozent sinken. Demografische und konjunkturelle Gründe sind dafür verantwortlich.
Politische Maßnahmen und bürokratische Herausforderungen
Von politischen Versprechen ist bei den Betrieben wenig angekommen. Die Bonpflicht und das Sonntagsbackverbot bestehen weiter.
Die geplante Stromsteuersenkung für alle wurde zum Industriestrompreis für wenige Großunternehmen. Die Allgemeinheit finanziert dies.
Lohnnebenkosten steigen und belasten die Betriebe. Andreas Ehlert fordert eine Rückkehr zur 40-Prozent-Grenze bei Sozialabgaben.
Auf Landesebene kritisiert das Handwerk das Tarifentgeltsicherungsgesetz. Die Grundsteuerreform und kommunale Verpackungssteuern schaffen zusätzliche Bürokratie.
Ohne eine Wachstumsagenda für den Mittelstand bleiben diese Herausforderungen bestehen.
Ausbildungszahlen im NRW-Handwerk stabil – Baugewerbe mit Zuwächsen: Trends und Entwicklungen
Ein genauer Blick auf die regionalen und gewerblichen Unterschiede zeigt, wo das Handwerk trotz Herausforderungen punktet. Die Daten aus dem Kammerbezirk Dortmund liefern dir ein detailliertes Bild.
Stabilität der Ausbildung im Handwerk
Von Januar bis Oktober 2025 wurden dort 3.693 neue Lehrverträge unterzeichnet. Das sind zwar 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr, doch die Gesamtzahl bleibt robust.
Spannend sind die regionalen Vergleiche. Städte wie Bochum, Hagen und Hamm sowie der Kreis Unna konnten zulegen. In Dortmund, Ennepe-Ruhr und Soest gingen die Zahlen leicht zurück.
Wichtig ist die Stabilität der betrieblichen Ausbildung. Die Betriebe selbst bilden weiter zuverlässig aus, während andere Förderformen zurückgingen.
Zuwächse im Baugewerbe und ihre Auswirkungen
Besonders erfreulich sind die Entwicklungen im Baugewerbe. Hier signalisieren steigende Ausbildungszahlen eine mögliche Trendwende für die Branche.
Konkret gefragt waren Berufe wie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Auch Bäcker und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk verzeichneten deutliche Zuwächse.
Im Kontrast dazu steht das Kfz-Gewerbe, das mit wirtschaftlicher Unsicherheit kämpft. Diese Gegenüberstellung macht die Stärke des Bausektors deutlich.
Die stabilen Zahlen sind ein klares Signal. Sie zeigen, dass die Betriebe in die Zukunft investieren und Fachkräfte für morgen sichern.
Herausforderungen und Chancen für Ausbildungsbetriebe
Während die Betriebe weiterhin Lehrstellen anbieten, klafft eine Lücke zwischen offenen Positionen und geeigneten Bewerbern. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt.
Ausbildungsengpässe und betriebliche Anpassungsstrategien
Qualifikatorische Passungsprobleme nehmen zu. Ein hoher Prozentsatz der Betriebe sieht Schwierigkeiten im Arbeits- und Sozialverhalten. Auch die mentale Leistungsfähigkeit junger Menschen stellt eine Hürde dar.
Die wirtschaftliche Schwäche trifft die Unternehmen direkt. In den Betrieben konkurrieren Investitionen in die Ausbildung mit akuten Kostensorgen. Für kleinere Betriebe ist dieser Druck besonders groß.
Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Dortmund, betont: „Immer mehr Betriebe melden offene Ausbildungsstellen, finden aber keine passenden Bewerber. Umso wichtiger ist es, jetzt gemeinsam mit allen Akteuren flexible und kreative Wege zu gehen, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern.“
Die Handwerkskammer trägt mit Beratungsangeboten, Informationsveranstaltungen und Kooperationen zur Lösung bei. Diese Maßnahmen helfen, Bewerber und Ausbildungsbetriebe zusammenzubringen.
Andreas Ehlert positioniert das Handwerk als sicheren Gegenpol: „Keine KI montiert eine Wärmepumpe, kein Algorithmus deckt ein Dach.“ Während viele Einstiegsjobs automatisieren, bleibt handwerkliche Arbeit gefragt. Die Nachfrage nach solchen Fähigkeiten steigt um mehrere Prozent.
Abschließender Blick: Zukunftsperspektiven für das Handwerk
Ein stabiler Ausbildungsmarkt und erste Hoffnungsschimmer am Bau zeichnen ein ermutigendes Zukunftsbild. Andreas Ehlert setzt einen bewussten, positiven Akzent: „2026 wird für den handwerklichen Mittelstand erneut ein herausforderndes Jahr. Und trotzdem haben wir Zuversicht.“
Diese grundsolide Haltung speist sich aus den robusten Zahlen. Sie bilden das Fundament für eine positive Entwicklung. Die leichten Zuwächse im Baugewerbe deuten auf eine mögliche Trendwende hin.
Für dich als jungen Menschen ist die Botschaft klar. Das Handwerk bietet sichere Karrierewege. Beginne mit einer Ausbildung, werde Meister oder starte dein eigenes Unternehmen.
Dieser Sektor gilt als krisensicher und zukunftsfest. Echte handwerkliche Arbeit bleibt unersetzlich und gefragt. Das sind echte Perspektiven in unsicheren Zeiten.
FAQ
Wie hat sich die wirtschaftliche Lage auf die Ausbildung in den Unternehmen ausgewirkt?
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten halten viele Betriebe an ihrem Engagement für den Nachwuchs fest. Die stabilen Zahlen zeigen, dass Unternehmen in Nordrhein-Westfalen die berufliche Bildung junger Menschen als wichtige Investition in die Zukunft sehen.
Welche Sparte verzeichnet aktuell die positivste Entwicklung?
Das Baugewerbe zeigt erfreuliche Zuwächse bei den neu abgeschlossenen Verträgen. Diese positive Entwicklung ist ein starkes Signal für die Attraktivität der Bauberufe und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich.
Was sind die größten Hürden für Betriebe, die ausbilden möchten?
Viele Betriebe sehen bürokratische Anforderungen als Herausforderung. Dennoch finden kreative Unternehmen Wege, junge Menschen für eine Lehre zu begeistern, etwa durch moderne Ausbildungsmethoden und klare Zukunftsperspektiven im Beruf.
Warum ist die Stabilität in der beruflichen Bildung so wichtig?
Eine verlässliche Ausbildungssituation sichert den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs. Sie gibt sowohl den Jugendlichen als auch den Betrieben Planungssicherheit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten regionalen Wirtschaft nachhaltig.
Welche Perspektiven bieten sich jungen Menschen im Handwerk?
Die Perspektiven sind ausgezeichnet. Eine abgeschlossene Lehre bietet nicht nur einen krisensicheren Beruf, sondern auch vielfältige Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zur Selbstständigkeit. Die Nachfrage nach qualifizierten Gesellen und Meistern bleibt hoch.