Karriere

Azubi-Gewinnung: Was Betriebe heute aktiv leisten müssen

Der Lehrstellenmarkt hat sich gedreht. Früher wählten Unternehmen aus einem Stapel Bewerbungen. Heute werben Betriebe um jeden einzelnen Azubi. Wer das noch nicht verstanden hat, bleibt auf freien Ausbildungsplätzen sitzen.

Zu wenige Bewerber, zu viele offene Stellen

In Nordrhein-Westfalen fehlt es vielen Betrieben an geeignetem Nachwuchs. Die IHK Wuppertal etwa ehrte zuletzt 241 besonders gute Auszubildende aus der Region. Solche Talente sind begehrt. Unternehmen, die sie halten wollen, müssen früh handeln.

Das Berufskolleg für Technik in Moers zeigt, wie aktive Nachwuchssuche aussieht. Rund 50 Unternehmen und Institutionen präsentierten sich dort auf einer Ausbildungsmesse. Von der Kreispolizeibehörde Wesel bis zur Justizvollzugsanstalt Willich II warben Arbeitgeber in der Sporthalle und der Aula um Schülerinnen und Schüler. Wer nicht wirbt, wird nicht gefunden.

Ausbildung braucht echte Begleitung

Ein gutes Beispiel liefert die Hochschule Flensburg. Faranak Taali absolvierte dort eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Nach dem Abschluss blieb sie der Hochschule erhalten. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis gezielter Begleitung während der Ausbildung.

Ausbilder tragen dafür Verantwortung. Motivierte Ausbilder erzeugen motivierte Azubis. Das gilt auch umgekehrt. Wer seinen Auszubildenden echte Aufgaben gibt und Entwicklung ermöglicht, bindet ihn ans Unternehmen.

Internationale Azubis als unterschätztes Potenzial

Viele Betriebe in NRW suchen auch im Ausland nach Nachwuchs. Auszubildende aus dem Ausland können Lücken schließen. Aber sie brauchen Vorbereitung. Sprachkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und kulturelle Unterschiede müssen Arbeitgeber von Anfang an einplanen.

Wer internationale Azubis einstellt, muss mehr investieren als bei inländischen Bewerbern. Das fängt bei Behördengängen an und hört bei der sozialen Integration im Betrieb nicht auf. Betriebe, die das strukturiert angehen, profitieren langfristig.

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Benefits sind kein Luxus mehr

Der Wettbewerb um Azubis hat eine neue Qualität erreicht. Manche Unternehmen locken mit spürbaren Vorteilen. Die Gastrokette Marché bietet den besten Azubis ab dem zweiten Lehrjahr einen Dienstwagen an. Der Hamburger Spieleentwickler Goodgame Studios wirbt mit Frühstück, Pool und Fitnessraum.

Nicht jeder mittelständische Betrieb in NRW kann das stemmen. Aber der Gedanke dahinter ist richtig. Azubis wollen sehen, dass ihr Arbeitgeber sie ernst nimmt. Flexible Arbeitszeiten, eine faire Vergütung und klare Perspektiven kosten wenig und wirken viel.

Was Betriebe konkret tun können

Wer Azubis gewinnen will, braucht eine Strategie. Das bedeutet: Schulen aktiv besuchen, auf Messen präsent sein und online sichtbar werden. Stellenanzeigen allein reichen nicht.

Außerdem zählt die Qualität der Ausbildung selbst. Azubis sprechen miteinander. Ein schlechter Ruf verbreitet sich schnell, ein guter auch. Betriebe, die strukturiert ausbilden und ihre Azubis fördern, haben bessere Chancen auf Weiterempfehlungen.

Auch die Betreuung nach dem Ausbildungsabschluss spielt eine Rolle. Wer seinen Azubi übernimmt und weiterentwickelt, sendet ein Signal an künftige Bewerber.

Fazit

Gute Auszubildende entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis von Betrieben, die in Ausbildung investieren. Der Markt in NRW ist eng. Wer passiv wartet, verliert. Wer aktiv wirbt, begleitet und fördert, sichert sich den Nachwuchs von morgen.

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