DHL setzt auf Landwindstrom aus Schleswig-Holstein
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DHL steigt in die Beschaffung von Onshore-Windstrom ein. Der Bonner Logistikkonzern kauft erstmals Strom aus einem Windpark an Land. Die Anlage steht in Nordfriesland, im Norden Schleswig-Holsteins. Bisher hatte DHL bei erneuerbaren Energien vor allem auf andere Quellen gesetzt. Mit dem Onshore-Strom will das Unternehmen seine Klimaziele schneller erreichen.
Grüner Strom direkt vom Windpark
Onshore-Windparks erzeugen Strom aus Windkraft an Land, im Gegensatz zu Offshore-Anlagen im Küstenvorfeld der Meere. Nordfriesland gehört zu den windhöffigsten Regionen Deutschlands und liefert entsprechend große Strommengen.
DHL schließt für solche Lieferungen sogenannte Power Purchase Agreements ab. Das sind direkte Stromlieferverträge zwischen Produzent und Abnehmer. Sie sichern dem Käufer langfristig feste Preise und dem Windparkbetreiber stabile Einnahmen. Solche Verträge werden in der deutschen Industrie häufiger genutzt.
Klimaneutralität als Unternehmensziel
DHL hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften. Der Konzern setzt dabei auf Elektrofahrzeuge, klimafreundliche Verpackungen und den Bezug erneuerbarer Energien. Der Kauf von Onshore-Windstrom ist ein neues Instrument in diesem Rahmen.
Wenn Großunternehmen wie DHL langfristige Abnahmeverträge abschließen, erleichtern sie Investoren die Finanzierung neuer Windprojekte. Das kann den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen.
NRW-Bezug: Ausbau der Windkraft schreitet voran
Auch in Nordrhein-Westfalen gewinnt die Windenergie an Land an Tempo. Der Aachener Stadtwerke-Konzern STAWAG plant Windprojekte mit einer Gesamtleistung von 190 Megawatt. Diese Anlagen sollen jährlich rund 475 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, was dem Jahresverbrauch von mehreren hunderttausend Haushalten entspricht.
Das Unternehmen enercity hat 60 Onshore-Windparks in Deutschland übernommen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion stieg damit auf über 50 Prozent. Der Markt für Landwindstrom wächst und zieht Investoren an.
Ausschreibungen wieder vollständig gezeichnet
Bei der Dezemberrunde für Windkraft an Land haben Projektierer erstmals seit längerer Zeit wieder ausreichend Kapazität angeboten. Die Nachfrage nach Genehmigungen und Flächen steigt. Der Branchenverband wertet das als Zeichen einer sich erholenden Branche.
Fazit
DHL kauft künftig Onshore-Windstrom per direktem Liefervertrag. Für den Mittelstand in NRW zeigt das Beispiel: Direkte Stromlieferverträge mit Windparkbetreibern sind kein Instrument nur für Konzerne. Auch kleinere Unternehmen können diesen Weg prüfen, um Kosten zu stabilisieren und Klimaziele zu verfolgen.



