Dürre treibt Gemüsepreise hoch: Kartoffeln bleiben klein
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Die Trockenheit hinterlässt sichtbare Spuren in den Supermärkten Nordrhein-Westfalens. Steigende Preise werden bei mehreren Gemüsesorten gemeldet. Wer Gurken, Paprika oder Zucchini kaufen möchte, zahlt mehr als noch im Vorjahr. Auch Pommes frites werden im Durchschnitt kürzer ausfallen.
Gemüse unter Druck: Was teurer wird
Das Angebot an Salatgurken und Paprika ist deutlich eingeschränkt, die Preise liegen über dem Niveau des Vorjahres. Auch Zucchini ist betroffen. Die hohen Temperaturen belasten den Freilandanbau ebenso wie den Unterglasanbau. Die Anbaubedingungen seien eine echte Herausforderung, heißt es aus der Branche.
Bei Obst sieht die Lage anders aus. Dort sind die Preise vielfach günstiger als im Vorjahr. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ergibt sich damit ein gemischtes Bild an der Supermarktkasse.
Kürzere Pommes: Ein europäisches Problem
Belgien gehört zu den wichtigsten Kartoffel-Anbauländern für die westeuropäische Pommes-Produktion. Dort sind die Beregnungsmöglichkeiten begrenzt. Die Folge: Kartoffeln wachsen kleiner. Aus Erzeugerkreisen heißt es, dass Pommes im Durchschnitt kürzer ausfallen werden als gewohnt. Verarbeitete Lebensmittel wie Tiefkühlpommes hängen jedoch stärker von Lohn- und Energiekosten ab als vom Rohwarenpreis. Für Verbraucher dürfte sich der Effekt bei verarbeiteten Produkten an der Kasse daher zunächst in Grenzen halten.
Betriebe in NRW passen sich an
Die Landwirtschaftskammer NRW beobachtet, dass viele Betriebe ihre Anbaumethoden an die veränderten Wetterbedingungen anpassen. Effizientere Bewässerungssysteme, hitzeresistente Sorten und angepasste Aussaatzeiten gehören zu den Maßnahmen. Dieser Anpassungsprozess braucht Zeit und Kapital. Für kleinere Familienbetriebe ist das eine erhebliche Investition.
Handels- und Gastronomiebetriebe spüren den Druck
Für den Lebensmittelhandel in NRW sind steigende Einkaufspreise bei Gemüse ein Problem. Margen im Frischebereich sind ohnehin knapp. Auch die Gastronomie merkt die Veränderungen. Imbissbetriebe und Restaurants, die auf frische Zutaten setzen, stehen vor höheren Einkaufskosten. Ob und wie stark diese an Gäste weitergegeben werden, entscheidet jeder Betrieb selbst.
Trockenheit als Dauertest für die Lebensmittelkette
Die Trockenheit des Sommers 2026 zeigt, wie direkt Witterungsextreme die gesamte Lebensmittelkette treffen. Vom Feld über den Handel bis zum Teller in der Gastronomie spüren alle Beteiligten die Konsequenzen. Wer jetzt nicht in bessere Bewässerung und klimaresistente Anbaumethoden investiert, riskiert bei künftigen Trockenphasen noch größere Einbußen. Die kurze Pommes ist dabei nur das sichtbarste Symbol eines strukturellen Problems.


