Karriere

Düsseldorf: IHK wirbt im Freibad um Azubi-Nachwuchs

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die IHK Düsseldorf geht neue Wege bei der Nachwuchssuche. Sie bringt Informationen zu freien Ausbildungsplätzen direkt in die Freibäder der Region. Dort treffen Jugendliche die Berater der Kammer in entspannter Atmosphäre. Das Ziel ist klar: Schulabgänger erreichen, bevor das neue Ausbildungsjahr beginnt.

Tausende Stellen in NRW noch offen

Der Handlungsdruck ist real. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit mehr als 3.700 Ausbildungsplätze unbesetzt. Betriebe in kaufmännischen, technischen und gewerblichen Berufen suchen dringend Nachwuchs. Viele dieser Stellen sind in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Die IHK Düsseldorf kooperiert dabei mit Betrieben aus Düsseldorf und dem Kreis Mettmann. Diese Unternehmen melden ihre freien Stellen an die Kammer, die dann die Vermittlung an die Bewerberinnen und Bewerber übernimmt.

Ähnliche Situationen gibt es in anderen Regionen. Die IHK Lippe zu Detmold meldete im Juli 2026 insgesamt 177 freie Ausbildungsplätze. Auch dort ruft die Kammer Schulabgänger auf, jetzt aktiv zu werden.

Ungewöhnliche Orte für gewöhnliche Botschaften

Der Freibad-Ansatz der IHK Düsseldorf folgt einer einfachen Logik. Jugendliche sind in den Sommerferien schwer zu erreichen. Schulen sind geschlossen, klassische Informationsveranstaltungen fallen aus. Das Freibad ist eine niedrigschwellige Alternative.

IHK-Präsident Andreas Schmitz setzt seit Jahren auf kreative Formate, um für das Thema Ausbildung zu werben. Seit 2018 organisiert die Düsseldorfer Kammer sogenannte Azubi-Challenges, zuletzt im Labor des Unternehmens Henkel. Ziel ist es, die Komplexität und den Wert einer Berufsausbildung sichtbar zu machen, auch gegenüber der Politik.

Die Freibad-Aktion folgt demselben Prinzip: Ausbildung dorthin bringen, wo Aufmerksamkeit entsteht.

Mittelstand leidet unter fehlendem Nachwuchs

Für kleine und mittlere Unternehmen in NRW ist die Lage ernst. Wer heute keinen Azubi findet, hat in drei Jahren keinen ausgebildeten Facharbeiter. Viele Betriebe im Handwerk und im Handel klagen über ausbleibende Bewerbungen.

Auch interessant  Effektiv Ablenkungen bekämpfen – Tipps & Tricks

Die IHK-Vermittlungsangebote sollen diese Lücke schließen. Bewerberinnen und Bewerber können sich direkt bei der Kammer melden. Die Berater ordnen dann passende Betriebe und Berufsbilder zu, für kaufmännische Berufe ebenso wie für technische oder gewerbliche Ausbildungen.

Wer bis zum regulären Ausbildungsstart keinen Platz gefunden hat, hat trotzdem Optionen. Praktika oder Freiwilligendienste überbrücken die Wartezeit. Die Arbeitsagentur berät zu alternativen Wegen.

Fazit

Die Freibad-Aktion der IHK Düsseldorf ist unkonventionell, aber konsequent. Der Fachkräftemangel beginnt bei der Ausbildung. Wer Jugendliche erst im September in der Schule abholen will, ist oft zu spät. Der Mittelstand braucht Nachwuchs. Und die Zeit läuft.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"