Politik

EU-Binnenmarkt sichert 7,2 Millionen Jobs in Deutschland

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen am Export in andere EU-Länder. Das zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts, erstellt im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Der europäische Binnenmarkt ist damit der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft. Insgesamt stehe eine Bruttowertschöpfung von rund 550 Milliarden Euro auf dem Spiel.

NRW besonders stark vom EU-Handel abhängig

Für Nordrhein-Westfalen ist der EU-Binnenmarkt noch wichtiger als im bundesweiten Schnitt. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft entfallen in NRW fast 59 Prozent des gesamten Handelsvolumens auf EU-Partner, ein deutlich höherer Anteil als im Bundesdurchschnitt.

NRW profitiert dabei sowohl im Handel als auch in der Industrie überdurchschnittlich stark. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat errechnet, dass ein Austritt Deutschlands aus der EU, ein sogenannter Dexit, fast eine halbe Million Jobs allein in NRW kosten würde. Das träfe den Mittelstand im Rheinland, im Ruhrgebiet und in Westfalen mit voller Wucht.

Direkte und indirekte Abhängigkeiten

Rund 5,1 Millionen Menschen sind bundesweit direkt im Exportgeschäft tätig. Sie arbeiten in Unternehmen, die Waren ins Ausland verkaufen. Weitere knapp 6,1 Millionen Jobs hängen indirekt am Export: Diese Beschäftigten arbeiten bei Zulieferern exportierender Betriebe.

Für den Mittelstand in NRW ist diese Zulieferkette besonders relevant. Viele kleine und mittlere Betriebe liefern Komponenten, Dienstleistungen oder Rohstoffe an größere Exporteure. Schwankungen im EU-Handel spüren sie oft schneller und härter als die Konzerne selbst.

Gegenseitige Abhängigkeit in Europa

Der Handel läuft in beide Richtungen. Deutsche Importe sichern laut Prognos-Berechnungen rund 4,7 Millionen Jobs in anderen EU-Staaten. In Polen, Österreich und Tschechien hängen jeweils sechs Prozent aller Arbeitsplätze an der Nachfrage aus Deutschland. In Ungarn und der Slowakei sind es fünf Prozent.

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Diese gegenseitige Abhängigkeit macht politische Alleingänge und Handelshemmnisse für alle Beteiligten teuer. Für exportorientierte Mittelständler in NRW bedeutet das: Ihr Geschäft ist Teil eines dichten europäischen Netzwerks.

Was die Zahlen für KMU bedeuten

Kleine und mittlere Unternehmen denken bei Export oft an Übersee- oder Fernostmärkte. Die Studie zeigt, dass Europa der Heimatmarkt ist. Frankreich, die Niederlande, Polen und Belgien gehören zu den wichtigsten Abnehmern deutscher Waren. Diese Märkte sind geografisch nah, kulturell vertraut und rechtlich einheitlich geregelt.

Für Handwerksbetriebe und Dienstleister in Grenzregionen wie dem Aachener Raum gilt das noch stärker. Der tägliche Geschäftsverkehr mit belgischen oder niederländischen Partnern ist für viele Unternehmen selbstverständlich. Genau dieser Alltag steht hinter den 7,2 Millionen Jobs, die die Prognos-Studie beziffert.

Fazit

Die Prognos-Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Der europäische Binnenmarkt ist das Fundament von Millionen Arbeitsplätzen in Deutschland, darunter Hunderttausende in NRW. Europapolitik ist für den Mittelstand damit auch Wirtschaftspolitik. Jede Schwächung des Binnenmarkts trifft Betriebe und Beschäftigte direkt.

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