Evonik: Claus Rettig übernimmt Führung von erkranktem Kullmann
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Beim Essener Chemiekonzern Evonik wechselt die Führung kurzfristig. Vorstandschef Christian Kullmann hat sich einer schweren, ungeplanten Operation unterzogen und fällt für mehrere Wochen aus. Das Unternehmen regelte die Nachfolge noch am selben Tag.
Rettig rückt kurzfristig in den Vorstand
Claus Rettig übernimmt die Führung bei Evonik. Der 66-Jährige war bislang als Asien-Chef des Konzerns tätig. Zum 1. September 2026 wurde er in den Vorstand berufen und gleichzeitig zum Stellvertretenden Vorsitzenden ernannt. Rettig führt Evonik interimistisch, bis Kullmann wieder einsatzfähig ist.
Evonik teilte die Personalentscheidung am 28. August 2026 mit. Der Konzern erklärte, dass Kullmann sich in den kommenden Wochen erholen werde. Einen konkreten Rückkehrzeitpunkt nannte das Unternehmen nicht.
Evonik: Ein Schwergewicht der deutschen Chemiebranche
Evonik gehört zu den größten Spezialchemiekonzernen weltweit. Der Konzern hat seinen Sitz in Essen und beschäftigt weltweit tens of thousands of Mitarbeiter. In Nordrhein-Westfalen ist Evonik ein großer Arbeitgeber und Industriestandort. Das Unternehmen produziert unter anderem Spezialadditive, Hochleistungspolymere und Inhaltsstoffe für die Pharma- und Kosmetikindustrie.
Christian Kullmann leitet Evonik seit 2017. In dieser Zeit hat er den Konzern auf das Spezialchemiegeschäft ausgerichtet und Randbereiche abgestoßen. Unter seiner Führung vollzog Evonik einen Strategieschwenk hin zu margenstarken Nischenprodukten.
Erfahrener Manager übernimmt die Leitung
Claus Rettig gilt als erfahrene Führungskraft im Konzern. Als Asien-Chef kannte er die internationalen Strukturen von Evonik gut. Die Berufung in den Vorstand erfolgte formal zum 1. September 2026.
Für Evonik ist die Situation eine Bewährungsprobe. Große Chemiekonzerne stehen derzeit unter Druck: Energiekosten, Nachfrageschwankungen in der Industrie und der Strukturwandel in der deutschen Wirtschaft belasten die Branche. Eine personelle Lücke an der Spitze kann in diesem Umfeld kritisch sein.
Kontinuität als Signal an den Markt
Mit der raschen Ernennung Rettigs will Evonik zeigen, dass die Geschäfte weiterlaufen und strategische Entscheidungen nicht aufgeschoben werden. Rettig kennt den Konzern und seine Strukturen, was die Übergabe gegenüber einem externen Kandidaten erleichtert.
Evonik ist an zahlreichen Standorten in der Region präsent, unter anderem in Marl, Dülmen und Wesseling. Dort laufen Produktion und Betrieb ohne Unterbrechung weiter.
Ausblick
Evonik hat auf Kullmanns Ausfall schnell reagiert. Die Berufung von Claus Rettig als interimistischen Chef ist eine pragmatische Lösung. Wie lange Kullmann fehlen wird, ist offen. Bis zu seiner Rückkehr liegt die Verantwortung für den Konzern beim bisherigen Asien-Manager.


