Fachkräftemangel: Düsseldorf setzt auf Frauen in der Arbeitswelt
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Die IHK Düsseldorf und Competentia DUS|ME haben beim Frauen-Wirtschaftsforum women2BUSINESS eine klare Botschaft an den Mittelstand gerichtet: Unternehmen, die weibliche Fachkräfte nicht gewinnen und halten, verschärfen ihren eigenen Personalmangel. Das Forum stellte Unternehmenskultur, lebensphasenorientierte Arbeitsbedingungen und Zukunftskompetenzen in den Mittelpunkt.
Fachkräftemangel als Treiber
Der Druck auf Betriebe wächst. Offene Stellen bleiben länger unbesetzt. Wer qualifizierte Arbeitskräfte sucht, kommt an Frauen nicht vorbei. Das ist keine Frage der Gerechtigkeit allein, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Viele Frauen arbeiten in Teilzeit. Ihr Erwerbsvolumen liegt damit deutlich unter dem Möglichen. Für Unternehmen bedeutet das ungenutztes Know-how und verschenktes Potenzial. Das Forum in Düsseldorf machte deutlich, dass flexible Arbeitszeitmodelle kein Zugeständnis sind, sondern ein Instrument zur Fachkräftesicherung.
Besonders im Mittelstand ist Nachholbedarf erkennbar. Kleinere und mittlere Betriebe bieten seltener strukturierte Karrierewege für Frauen. Gleichzeitig sind sie auf jeden einzelnen Mitarbeitenden angewiesen. Der Widerspruch ist offensichtlich.
Unternehmenskultur als Faktor
Was Frauen im Betrieb hält
Flexible Arbeitszeiten sind ein Anfang, reichen aber nicht aus. Ausschlaggebend ist, wie ein Betrieb mit Lebensrealitäten umgeht. Schwangerschaft, Elternzeit, pflegebedürftige Angehörige: Diese Phasen treffen Frauen statistisch häufiger und härter in ihrer Karriere.
Betriebe, die lebensphasenorientiert arbeiten, binden erfahrene Mitarbeiterinnen langfristig und gewinnen an Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt. Das women2BUSINESS-Forum zeigte konkrete Ansätze, wie das in der Praxis aussehen kann.
Führung und Sichtbarkeit
Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Im Mittelstand zeigt sich das besonders deutlich. Viele hochqualifizierte Frauen bleiben unterhalb ihrer Möglichkeiten, nicht aus Desinteresse, sondern weil Strukturen fehlen.
Ab 2027 gilt für große Aufsichtsräte eine verbindliche Quote: 40 Prozent Frauen, sonst bleibt der Sitz frei. Den Mittelstand betrifft das nur am Rand. Wer freiwillig handelt, ist jedoch besser positioniert als wer auf gesetzlichen Druck wartet.
Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen
Das Forum diskutierte auch, welche Fähigkeiten Beschäftigte künftig brauchen. Digitale Kompetenz steht oben auf der Liste, dazu kommen Anpassungsfähigkeit, Kommunikationsstärke und vernetztes Denken.
Frauen bringen viele dieser Kompetenzen mit. Dennoch werden sie in der betrieblichen Weiterbildung oft weniger berücksichtigt. Teilzeitkräfte erhalten seltener Schulungsangebote. Das ist ein strukturelles Problem.
Die IHK Düsseldorf und Competentia DUS|ME fordern ein Umdenken: Weiterbildung muss auch in Teilzeit möglich sein, und Formate müssen sich an Lebensrealitäten anpassen.
Handlungsdruck ist real
Fachkräftemangel, demografischer Wandel und wirtschaftliche Stagnation lassen nach Einschätzung der Veranstalter keinen Spielraum mehr für Gleichgültigkeit. Mittelständler in NRW können weiter auf bestehende Strukturen setzen und Stellen offen lassen. Oder sie passen ihre Unternehmenskultur an und erschließen eine Gruppe hochqualifizierter Arbeitskräfte.



