Familienbetrieb W. Jansen & Söhne beantragt erstmals Kurzarbeit
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Der Rhein hat zu wenig Wasser, die Fähre liegt still. Das Familienunternehmen W. Jansen & Söhne hat erstmals in seiner Geschichte Kurzarbeit beantragt. Der Betrieb verbindet mit seinen Fähren die Strecke zwischen Düsseldorf und Dormagen, darunter die bekannte Zonser Fähre. Der anhaltende Niedrigwasserstand macht den Betrieb unmöglich.
Erstmals in der Firmengeschichte
Jens Jansen führt das Unternehmen gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder. Die Entscheidung zur Kurzarbeit fiel dem Unternehmer nach eigenen Angaben schwer. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht, aber es geht nicht anders“, sagte Jansen.
Mehr als 40 Tage Ausfallzeit haben sich inzwischen aufaddiert. Der Hitzesommer hinterließ trotz kühlerer Temperaturen eine anhaltende Dürre. Der Rheinpegel blieb zu niedrig für einen sicheren Fährbetrieb. Sonnige Herbsttage locken Ausflügler zur Anlegestelle, doch sie stehen vor geschlossenen Schranken.
Finanzielle Reserven schwinden
Jansen beschreibt die Lage als ernst, aber noch beherrschbar. „Es ist noch nicht existenzbedrohend, aber es zehrt an der finanziellen Grundlage, die wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben“, sagte er. Der Betrieb hat in ruhigeren Jahren Rücklagen gebildet, die durch die langen Ausfallzeiten nun abschmelzen.
Ohne Überfahrten gibt es keine Einnahmen, die Fixkosten laufen jedoch weiter. Personal, Versicherungen, Wartung fallen unabhängig vom Pegelstand an. Kurzarbeit sichert zumindest die Lohnkosten teilweise ab.
Keine staatliche Absicherung gegen Naturrisiken
Kleine Fährbetriebe wie W. Jansen & Söhne haben kaum Möglichkeiten, sich gegen Wetterrisiken abzusichern. Versicherungen gegen Niedrigwasser existieren für diese Betriebsgröße praktisch nicht. Der Staat springt in solchen Fällen nicht automatisch ein. Kurzarbeitergeld ist das einzige Instrument, das dem Unternehmen bleibt, um Mitarbeiter zu halten.
Die Agentur für Arbeit übernimmt dabei einen Teil des ausgefallenen Nettolohns. Für den Betrieb selbst bleibt die Erlösseite dennoch leer.
Ein Problem für die gesamte Region
Die Zonser Fähre ist kein reines Tourismusangebot. Sie verbindet Zons auf der linken Rheinseite mit Düsseldorf-Kaiserswerth auf der rechten Seite. Berufspendler, Schüler und Lieferanten nutzen die Verbindung regelmäßig. Ein längerer Ausfall trifft auch die Mobilität der Anwohner.
Viele kleine Betriebe in der Region sind vom Wasserstand abhängig, direkt oder indirekt. Niedrigwasser trifft Logistik, Gastronomie und Tourismus gleichermaßen.
Natur als unkalkulierbares Risiko
W. Jansen & Söhne steht stellvertretend für Familienbetriebe, die von Naturereignissen direkt abhängen. Über Generationen aufgebaute Rücklagen sichern das Überleben, reichen aber nicht unbegrenzt. Jansen hofft auf steigende Pegel in den kommenden Wochen. Bis dahin bleibt die Fähre am Ufer.



