Ferienpraktika NRW: Betriebe schnuppern Nachwuchs heran
Nordrhein-Westfalen startet in diesem Sommer ein neues Instrument zur Berufsorientierung. Von Mitte Juli bis Ende August können Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren für ein bis drei Tage in Betriebe hineinschnuppern. Das Programm heißt Ferien-Praktikumswochen NRW und läuft erstmals landesweit. Die Teilnahme ist für Jugendliche und Unternehmen kostenlos.
Was hinter dem Programm steckt
Der Zeitraum ist klar definiert: 14. Juli bis 26. August 2025. In diesen Wochen können Betriebe gezielt Praktikumstage anbieten. Jugendliche wählen sich selbst ein, welches Unternehmen sie besuchen möchten. Das Format ist freiwillig und bewusst kurz gehalten. Ein bis drei Tage pro Betrieb sind möglich.
Das Konzept ist nicht neu. In anderen Bundesländern läuft das Format bereits seit Jahren. Die Erfahrungswerte aus dem Jahr 2024 zeigen: 84 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gaben nach dem Kurzpraktikum an, sich besser über ihre Berufswahl im Klaren zu sein. Das sind belastbare Zahlen für Betriebe, die sich fragen, ob der Aufwand lohnt.
Warum das Handwerk und der Mittelstand profitieren
Gerade kleine und mittlere Unternehmen kämpfen um Auszubildende. Bewerberzahlen sinken, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Das Ferienpraktikum bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in den Erstkontakt. Kein langer Auswahlprozess, keine Bürokratie.
Betriebe können ihre Praktikumstage direkt auf der Plattform des Programms eintragen. Die Anmeldung läuft digital. Interessierte Jugendliche sehen das Angebot und melden sich an. Der Betrieb lernt potenzielle Nachwuchskräfte kennen, ohne eine lange Verpflichtung einzugehen.
Besonders gefragt: Handwerk und technische Berufe
Die Handwerkskammern Düsseldorf und Dortmund bewerben das Programm aktiv. SHK-Betriebe, also Unternehmen aus dem Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich, werden ausdrücklich angesprochen. Auch andere handwerkliche und technische Berufe sind gefragt. Wer als Betrieb mitmacht, zeigt Präsenz auf dem Ausbildungsmarkt.
Die Handwerkskammer Dortmund bietet zudem kurze Informationsveranstaltungen an. In 30 Minuten erfahren Betriebe, wie sie Schülerinnen und Schüler für sich gewinnen können. Das richtet sich sowohl an Erstteilnehmer als auch an Betriebe, die das Format bereits kennen.
Einfacher Einstieg für Unternehmen
Die Hürde für Betriebe ist bewusst niedrig gehalten. Es braucht kein spezielles Ausbildungsprogramm, keine aufwendige Vorbereitung. Ein Praktikumstag kann so aussehen, wie er im Betriebsalltag passt. Der Jugendliche schaut zu, hilft mit, stellt Fragen.
Für Unternehmen entstehen keine Kosten. Die Plattform ist kostenfrei. Die Verwaltung läuft zentral über das Landesportal. Betriebe tragen ihre Angebote ein und warten auf Anfragen.
Frühzeitig handeln zahlt sich aus
Wer mitmachen will, sollte seinen Betrieb zeitnah auf der Plattform eintragen. Die Sommerferien in NRW beginnen am 14. Juli 2025. Je früher ein Betrieb sichtbar ist, desto früher kommen Anfragen von interessierten Jugendlichen. Wer wartet, verliert Reichweite.
Das Programm richtet sich an alle Branchen. Handwerk, Industrie, Handel, Dienstleistung: Jedes Unternehmen kann mitmachen. Die einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft, einem Jugendlichen für einen oder mehrere Tage Einblick zu gewähren.
Fazit
Die Ferien-Praktikumswochen NRW sind kein bürokratisches Großprojekt. Sie sind ein praktisches Werkzeug für Betriebe, die Nachwuchs suchen. Wer einen oder zwei Tage investiert, kann daraus eine Ausbildungsbeziehung entwickeln. Die Zahlen aus anderen Bundesländern belegen: Das Format funktioniert. Für den Mittelstand in NRW ist der Sommer 2025 eine konkrete Gelegenheit, die genutzt werden sollte.