Handwerk

Friseurinnung Düsseldorf kämpft gegen Corona-Hilfen-Rückforderung

Die Friseurinnung Düsseldorf und die Wertegemeinschaft ‚Der faire Salon‘ gehen in die Offensive. Gemeinsam haben sie eine landesweite Petition gestartet. Ihr Ziel: Die Rückforderung der Corona-Soforthilfen durch das Land Nordrhein-Westfalen stoppen.

Rückforderungen treffen Betriebe hart

Viele Friseurbetriebe in NRW erhalten derzeit Post vom Land. Der Inhalt ist unangenehm. Die ausgezahlten Corona-Soforthilfen sollen ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Für Inhaber kleiner Salons bedeutet das eine erhebliche finanzielle Belastung.

Dabei hatten die Betriebe die Hilfen in einer Ausnahmesituation beantragt. Während der Pandemie mussten Friseurläden wochenlang schließen. Umsätze brachen weg. Die Soforthilfen sollten laufende Kosten abdecken, Mieten, Gehälter, Versicherungen.

Nun stellt sich heraus: Die Berechnungsgrundlage für die Förderung war aus Sicht der Behörden in vielen Fällen nicht korrekt erfüllt. Das Prüfverfahren orientiert sich an den drei Monaten nach der Antragstellung. Je nach Antragsdatum können sich dabei erhebliche Unterschiede ergeben.

Petition fordert Stopp und Erstattung

Die Petition wurde im März 2026 gestartet. Die Initiatoren fordern zwei Dinge. Erstens sollen die laufenden Rückforderungen sofort gestoppt werden. Zweitens verlangen sie eine Erstattung bereits zurückgezahlter Beträge.

Hinter der Aktion stehen die Friseurinnung Düsseldorf und die Wertegemeinschaft ‚Der faire Salon‘. Beide Organisationen vertreten Friseurbetriebe in der Region und darüber hinaus. Die Petition richtet sich an die Landesregierung in Düsseldorf.

Frust hat eine Geschichte

Der Frust im Friseurhandwerk sitzt tief. Jörg Hündgen, Inhaber eines Salons in Korschenbroich, berichtete bereits während der Pandemie von seinen Erfahrungen. Unklare Schutzvorschriften, Mitarbeiter in Quarantäne, Probleme bei der Beantragung der Hilfen. Für viele Betriebe war die Corona-Zeit ein Überlebenskampf.

Dass das Land die Hilfen nun zurückfordert, empfinden viele Inhaber als Vertrauensbruch. Die Soforthilfen waren als unbürokratische Unterstützung angekündigt worden. Die nachträgliche Prüfung fühlt sich für Betroffene wie das Gegenteil an.

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Handwerk braucht Verlässlichkeit

Das Friseurhandwerk gehört zu den kleinteiligsten Branchen in NRW. Die meisten Betriebe beschäftigen wenige Mitarbeiter. Rücklagen sind selten. Ein Rückforderungsbescheid über mehrere Tausend Euro kann existenzbedrohend sein.

Genau deshalb sehen die Initiatoren der Petition das Land in der Pflicht. Staatliche Hilfen in einer Krisensituation dürfen nicht Jahre später zur Schuldenfalle werden. Das schadet nicht nur einzelnen Betrieben. Es beschädigt auch das Vertrauen des Handwerks in staatliche Förderprogramme generell.

NRW hatte das Programm selbst gestoppt und neugestartet

Die Soforthilfen in NRW hatten während der Pandemie eine turbulente Geschichte. Nach aufgedeckten Betrugsfällen wurde das Programm zeitweise ausgesetzt. Anschließend startete das Land mit verschärften Prüfmechanismen neu. Kontenabgleiche wurden eingeführt, um Missbrauch zu verhindern.

Dass legitime Empfänger nun von Rückforderungen betroffen sind, ist auch vor diesem Hintergrund schwer vermittelbar. Die Friseurinnung Düsseldorf argumentiert, die Betriebe hätten nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt.

Fazit

Der Streit um die Corona-Soforthilfen ist für das Friseurhandwerk in NRW längst nicht ausgestanden. Die Petition der Friseurinnung Düsseldorf und der Wertegemeinschaft ‚Der faire Salon‘ zeigt, dass die Branche nicht bereit ist, die Rückforderungen widerstandslos hinzunehmen. Die Landesregierung steht unter Druck. Eine politische Antwort ist überfällig.

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