Future Site Inwest: 54 Mio. Euro für 10.000 Jobs in Lindern
Im Ort Lindern im Kreis Heinsberg entsteht eines der größten Industrieprojekte in Nordrhein-Westfalen. Das Vorhaben trägt den Namen Future Site Inwest. Auf einer Fläche von 256 Hektar sollen bis zu 10.000 Arbeitsplätze entstehen. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat jetzt 20 Millionen Euro aus Landesmitteln übergeben.
Ein Projekt mit regionalem Gewicht
Das Industriegebiet Future Site Inwest gilt als eines der bedeutendsten Strukturwandelprojekte im westlichen Rheinland. Der Kreis Heinsberg gehört zu den Regionen, die vom Ausstieg aus der Braunkohle besonders betroffen sind. Das Projekt soll neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen.
Für die Entwicklung haben sich mehrere Partner zusammengeschlossen. Der Kreis Heinsberg, die Städte Geilenkirchen, Heinsberg und Hückelhoven sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFG haben gemeinsam mit NRW.URBAN die Future Site Inwest Entwicklungsgesellschaft gegründet. Diese Gesellschaft trägt die Verantwortung für Planung und Umsetzung.
Gesamtvolumen: 54 Millionen Euro
Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf rund 54 Millionen Euro. Die 20 Millionen Euro vom Land NRW sind ein erster großer Baustein dieser Finanzierung. Das Geld soll die Erschließung des Areals voranbringen.
Auf bis zu 97 Hektar der Gesamtfläche soll klimaneutrale Industrie angesiedelt werden. Das Konzept sieht einen naturnahen Standort vor. Ein Grüngürtel soll das Industriegebiet umgeben. Wasserspeichernde Freiflächen und wenig versiegelte Böden gehören zum Planungskonzept.
Straßenbau als Schlüsselfrage
Ein entscheidender Faktor bleibt die Verkehrsanbindung. Das Industriegebiet hängt wesentlich vom Ausbau der Straßeninfrastruktur ab. Ohne leistungsfähige Zuwegung können Unternehmen das Gelände nicht wirtschaftlich nutzen. Diese Abhängigkeit gilt als eines der zentralen Risiken des Projekts.
Der Kreis Heinsberg ist derzeit in 14 verschiedene Strukturwandelprojekte eingebunden. Wirtschaftsförderer betonen dabei die Notwendigkeit von Geduld. Großprojekte dieser Art brauchen Zeit. Planungs- und Genehmigungsverfahren verzögern selbst gut finanzierte Vorhaben regelmäßig.
Strategische Bedeutung für NRW
Das Projekt wird über die Region hinaus als wichtiges Signal bewertet. Beobachter sprechen von einem Prüfstein für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Frage ist, ob es gelingt, neue Industrie in strukturschwache Regionen zu holen.
Der Ansatz in Lindern setzt auf klimaverträgliche Produktion. Unternehmen aus Bereichen wie erneuerbarer Energie, Wasserstofftechnologie oder moderner Fertigung sollen angesprochen werden. Konkrete Ansiedlungszusagen wurden bislang nicht öffentlich genannt.
Regionale Kooperation als Modell
Die Konstruktion der Entwicklungsgesellschaft gilt als ungewöhnlich. Mehrere Kommunen arbeiten hier gemeinsam an einem Standort. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Kommunaler Wettbewerb um Gewerbesteuereinnahmen verhindert solche Kooperationen oft.
Im Fall von Future Site Inwest haben Geilenkirchen, Heinsberg und Hückelhoven ihre Interessen gebündelt. NRW.URBAN bringt Erfahrung aus anderen Flächenentwicklungen in NRW mit. Die WFG koordiniert die wirtschaftliche Vermarktung.
Fazit: Vielversprechend, aber noch ein weiter Weg
Future Site Inwest ist ambitioniert. Die Finanzierung macht Fortschritte, die politische Unterstützung aus Düsseldorf ist sichtbar. Doch bis die ersten 10.000 Arbeitsplätze entstehen, müssen Straßen gebaut, Flächen erschlossen und Unternehmen gewonnen werden. Der Kreis Heinsberg hat die Weichen gestellt. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.


