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Herne: Neues Büroleben in den Neuen Höfen

Im Gewerbekomplex Neue Höfe in Herne tut sich etwas. Ein Großmieter weitet seine Flächen aus. Damit schrumpft der Leerstand in einem Objekt, das lange mit unbesetzten Einheiten zu kämpfen hatte. Für den Wirtschaftsstandort Herne ist das ein positives Signal.

Leerstand im Ruhrgebiet: Ein strukturelles Problem

Leerstehende Büro- und Gewerbeflächen sind kein Einzelphänomen. Im Ruhrgebiet stehen nach dem Strukturwandel viele Objekte leer oder sind nur teilweise belegt. Herne gehört zu den Städten, die diesen Wandel direkt spüren.

Nordrhein-Westfalen liegt beim Wohnungsleerstand mit rund 4,6 Prozent im bundesweiten Vergleich noch relativ niedrig. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern verzeichnen ähnliche Werte. In Ostdeutschland ohne Berlin stehen dagegen rund 5,8 Prozent der Wohnungen leer.

Bei Gewerbeimmobilien sieht das Bild teils anders aus. Bürokomplexe in Mittelstädten wie Herne stehen unter besonderem Druck. Die Nachfrage konzentriert sich auf Metropollagen wie Düsseldorf und Köln. Dort sind bezahlbare Flächen kaum noch zu haben.

Die Neuen Höfe als Testfall

Die Neuen Höfe in Herne sind ein moderner Büro- und Dienstleistungskomplex. Das Objekt steht beispielhaft für die Herausforderungen mittelgroßer Gewerbestandorte im Ruhrgebiet. Wer dort einen Mieter gewinnt oder hält, hat bereits viel erreicht.

Dass nun ein bestehender Großmieter seinen Flächenbedarf ausweitet, ist aus zwei Gründen relevant. Erstens reduziert sich der Leerstand direkt. Zweitens signalisiert das Wachstum eines Mieters wirtschaftliche Stabilität. Unternehmen, die expandieren, vertrauen dem Standort.

Weniger Leerstand, höhere Mieten

Sinkender Leerstand hat Folgen für den Markt. Experten des Forschungsinstituts Empirica weisen darauf hin: Wo der Leerstand fällt, steigen die Neuvertragsmieten schneller als zuvor. Das gilt für Wohn- und Gewerbeimmobilien gleichermaßen.

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Für Mieter bedeutet das mehr Druck. Für Eigentümer und Investoren bedeutet es steigende Erträge. Für Kommunen wie Herne bedeutet es: Ein belegtes Objekt generiert Gewerbesteuer und sichert Arbeitsplätze vor Ort.

Was Kommunen tun können

Der Umgang mit Leerstand ist auch eine politische Aufgabe. Viele Kommunen in NRW fördern aktiv die Ansiedlung neuer Mieter. Stadtentwicklungsprogramme des Landes unterstützen dabei. Ziel ist es, brachliegende Flächen wieder nutzbar zu machen.

Herne selbst hat in den vergangenen Jahren mehrere Maßnahmen ergriffen, um den Wirtschaftsstandort attraktiver zu gestalten. Der Erfolg in den Neuen Höfen zeigt: Solche Bemühungen können Früchte tragen.

Ruhrgebiet im Wandel

Das Ruhrgebiet ist nicht mehr die Kohle- und Stahlregion der Vergangenheit. Neue Branchen sind gefragt: Logistik, IT, Gesundheitswirtschaft und Verwaltungsdienstleistungen. Diese Unternehmen suchen funktionale Büroflächen zu moderaten Preisen.

Genau hier liegen die Chancen von Standorten wie Herne. Die Mietpreise sind deutlich niedriger als in Köln oder Düsseldorf. Die Verkehrsanbindung ist gut. Wer keine Toplagen benötigt, findet im Ruhrgebiet attraktive Alternativen.

Fazit: Kleine Schritte mit großer Wirkung

Ein einzelner Mieter, der mehr Fläche belegt, klingt nach einer Kleinigkeit. Für einen Gewerbestandort im Strukturwandel ist es mehr als das. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Lage stabilisiert. Herne und vergleichbare Städte im Ruhrgebiet brauchen genau solche Signale. Der Weg aus dem Leerstand führt nicht über einen großen Wurf, sondern über viele einzelne Vermietungserfolge.

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