Unternehmen aus NRW

Hochtief aus Essen: Erstmals ein Platz im DAX

Essen schreibt Börsengeschichte. Der Baukonzern Hochtief steigt erstmals in den DAX auf, Deutschlands wichtigsten Aktienindex. Ab dem 22. Juni gehört das Unternehmen zu den 40 größten börsennotierten Konzernen des Landes. Die Porsche Automobil Holding SE muss dafür den Index verlassen.

Indexwechsel zum 22. Juni

Die Entscheidung traf ISS Stoxx, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse. Das Unternehmen überprüft die Zusammensetzung der Indizes vierteljährlich. Die Änderungen treten regulär zum dritten Freitag im Juni in Kraft. Für Hochtief ist der Aufstieg ein Meilenstein. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Essen und gehört zu den größten Baukonzernen Europas.

Die Porsche Automobil Holding SE scheidet damit aus dem Leitindex aus. Die Holding ist Großaktionär des Volkswagen-Konzerns. Ihr Abgang spiegelt die anhaltend schwache Entwicklung im Automobilsektor wider.

Rechenzentren als Wachstumstreiber

Hochtief profitiert vom Boom beim Bau digitaler Infrastruktur. Die Nachfrage nach Rechenzentren wächst weltweit stark. Treiber ist der rasch steigende Bedarf an Rechenkapazität für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Hochtief hat sich in diesem Bereich frühzeitig positioniert. Das schlug sich auch im Aktienkurs nieder. Der starke Kursanstieg der vergangenen Monate war ausschlaggebend für die Aufnahme in den DAX.

Der Konzern ist international aufgestellt. Über seine Tochtergesellschaft CIMIC ist Hochtief vor allem in Australien und Asien aktiv. In Europa übernimmt die spanische Mutter ACS die strategische Steuerung. Dennoch bleibt Essen der operative Kern des Konzerns.

Lufthansa verpasst den Aufstieg knapp

Auch die Lufthansa stand als Kandidat für den DAX-Aufstieg im Raum. Der Einzug gelang dem Luftfahrtkonzern diesmal nicht. Der Platz im Index ging an Hochtief. Ob Lufthansa bei einer der nächsten Überprüfungen nachrückt, bleibt offen.

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Bedeutung für den Wirtschaftsstandort NRW

Für Nordrhein-Westfalen hat der Aufstieg symbolische Bedeutung. Essen, einst Zentrum der Schwerindustrie, stellt künftig ein DAX-Unternehmen aus dem Bausektor. Das zeigt den Strukturwandel der Region. NRW ist bereits Heimat mehrerer DAX-Konzerne, darunter RWE, E.ON und Henkel.

Hochtief beschäftigt weltweit mehrere zehntausend Mitarbeiter. Der Konzern realisiert Großprojekte in den Bereichen Hoch-, Tief- und Ingenieurbau. Der Einstieg in den DAX dürfte die Sichtbarkeit bei internationalen Investoren weiter erhöhen.

Fazit

Der DAX-Aufstieg von Hochtief ist das Ergebnis einer klaren strategischen Ausrichtung. Der Konzern hat den Trend zur digitalen Infrastruktur früh erkannt und davon profitiert. Für den Standort Essen und das Land NRW ist die Aufnahme in den Leitindex ein positives Signal. Der Bausektor rückt stärker in den Fokus der Kapitalmärkte.

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