Unternehmen aus NRW

Hückeswagen: Kleine Stadt, starkes Unternehmernetzwerk

Rund 15.000 Einwohner, 50 Quadratkilometer Fläche und eine Wirtschaftsstruktur, die sich sehen lassen kann: Hückeswagen im Oberbergischen Kreis ist kein großes Pflaster. Doch die Schloss-Stadt zeigt, wie mittelständische Unternehmen und kommunale Verwaltung gemeinsam an einem Strang ziehen können.

Bürgermeister lädt zum Frühstück

Gut 60 Vertreter der lokalen Wirtschaft kamen zum Unternehmerfrühstück des Bürgermeisters ins Kultur-Haus Zach. Das Format heißt schlicht: Zukunft im Dialog. Der Ansatz dahinter ist klar. Die Verwaltung will zuhören, die Unternehmer sollen reden. Fragen stellen, Probleme benennen, Kritik äußern. Beides ist ausdrücklich erwünscht.

Solche Formate sind kein Selbstzweck. Sie schaffen Vertrauen zwischen Rathaus und Betrieben. Und sie liefern der Stadtpolitik konkrete Rückmeldungen aus der Praxis. Perspektivisch sollen alle Seiten davon profitieren.

Regelmäßige Betriebsbesuche als feste Praxis

Das Frühstück ist nicht das einzige Instrument. Bürgermeister und Wirtschaftsförderung besuchen regelmäßig Unternehmen vor Ort. Der Ablauf folgt einem einfachen Prinzip: Die Verwaltung kommt in den Betrieb, hört zu und vermittelt, wenn nötig. So entsteht ein direkter Kanal, der ohne bürokratischen Umweg funktioniert.

Dieses Modell hat in Hückeswagen Tradition. Bereits 2016 öffneten lokale Betriebe ihre Türen bei der Nacht der Unternehmen. 2023 griff die Stadt das Format erneut auf. Auf Initiative mehrerer Hückeswagener Unternehmen und mit Unterstützung des Stadtmarketings fand die Veranstaltung am 12. Mai 2023 wieder statt.

Klingelnberg als Anker des Standorts

Der bekannteste Arbeitgeber der Stadt ist Klingelnberg. Das Unternehmen produziert im Stammwerk an der Peterstraße Maschinen und Messgeräte für die Verzahnungstechnik. Klingelnberg ist weltweit tätig und gilt als Leitbetrieb für den gesamten Standort Hückeswagen.

Bei der Nacht der Unternehmen 2023 öffnete Klingelnberg seine Werkhallen. Besucher konnten Führungen durch Maschinenbau, Fertigung und Logistik erleben. Solche Einblicke stärken das lokale Bewusstsein für die wirtschaftliche Substanz der Stadt.

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Standortdaten belegen Stärke

Hückeswagen verfügt gemessen an der Einwohnerzahl über 13,54 Top-Unternehmen je 100.000 Einwohner. Das ist ein konkreter Beleg für die Dichte des lokalen Mittelstands. Die Wirtschaftsstruktur reicht von Maschinenbau über Dienstleistungen bis hin zu spezialisierten Handwerksbetrieben.

Die Stadt hat textile Wurzeln. Schon im Spätmittelalter war Hückeswagen für seine Textilindustrie bekannt. Heute ist die Wirtschaft breiter aufgestellt. Der Wandel ist gelungen, ohne die mittelständische Prägung zu verlieren.

Kommunalpolitik als Standortfaktor

Nicht alle Entscheidungen in Hückeswagen laufen reibungslos. Der Stadtrat stimmte im März 2024 dagegen, ein Hallenbad und eine Turnhalle gleichzeitig zu bauen. Solche Abwägungen zeigen: Die kommunalen Finanzen setzen Grenzen. Auch das ist ein Signal an die Wirtschaft. Investitionen in Infrastruktur kosten Zeit.

Dennoch bleibt der Grundton positiv. Die Bereitschaft von Verwaltung und Unternehmen zum Dialog ist sichtbar. Das unterscheidet Hückeswagen von manchem größeren Standort, wo der Kontakt zwischen Rathaus und Betrieben eher formell bleibt.

Fazit

Hückeswagen zeigt, dass Standortpolitik im Kleinen wirkt. Direkte Kommunikation zwischen Bürgermeister und Unternehmern, regelmäßige Betriebsbesuche und offene Formate wie das Unternehmerfrühstück schaffen eine Basis, die viele größere Städte nicht haben. Der Mittelstand im Oberbergischen braucht keine großen Versprechen. Er braucht kurze Wege und einen verlässlichen Ansprechpartner im Rathaus. Beides liefert Hückeswagen.

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