IHK-Chef Berghausen: Düsseldorf bleibt wirtschaftlich kerngesund
Düsseldorf gilt als einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in Nordrhein-Westfalen. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, beobachtet den Wandel des Standorts seit Jahren aus nächster Nähe. Seine Einschätzung ist klar: Die Stadt steht wirtschaftlich solide da. Doch der Blick nach vorn zeigt auch: Stillstand ist keine Option.
Industrie und Dienstleistung wachsen zusammen
Düsseldorf war lange vor allem als Handels- und Dienstleistungsstadt bekannt. Doch das Bild hat sich verändert. Industrie und Dienstleistungssektor rücken enger zusammen. Berghausen betont, dass dieses Zusammenspiel ein Stärke des Standorts ist. Beide Bereiche profitieren voneinander. Das schafft Stabilität, auch in schwierigen Phasen.
Die IHK Düsseldorf vertritt rund 80.000 Mitgliedsunternehmen. Der überwiegende Teil davon sind kleine und mittlere Betriebe. Genau diese Unternehmen stehen vor der Frage: Wie bleiben sie wettbewerbsfähig? Wie passen sie sich an veränderte Märkte an?
Sich selbst neu erfinden: Pflicht, nicht Kür
Berghausen spricht offen über ein Thema, das viele Unternehmer umtreibt: die Fähigkeit zur Erneuerung. Wer als Betrieb langfristig erfolgreich sein will, muss bereit sein, gewohnte Wege zu verlassen. Das gilt für Großkonzerne genauso wie für den mittelständischen Handwerksbetrieb in Düsseldorf-Gerresheim oder den Dienstleister in Neuss.
Erneuerung bedeutet nicht, alles über Bord zu werfen. Es geht darum, Bewährtes zu sichern und gleichzeitig offen für Neues zu bleiben. Wer neugierig bleibt, erkennt Chancen früher als andere. Wer zu lange zögert, verliert Anschluss.
Mut zum unbekannten Weg
Neue Wege zu gehen, die vor einem noch niemand gegangen ist: Das klingt nach Unternehmensphilosophie. Doch für viele mittelständische Betriebe ist es gelebte Realität. Familienunternehmen in NRW kennen das. Generationenwechsel, Digitalisierung, Fachkräftemangel: Jede dieser Herausforderungen erfordert einen neuen Blick auf das eigene Geschäftsmodell.
Berghausen sieht in dieser Bereitschaft zur Veränderung eine zentrale Stärke des Düsseldorfer Wirtschaftsraums. Die Unternehmen hier seien anpassungsfähig. Sie hätten bewiesen, dass sie auch in schwierigen Phasen handlungsfähig bleiben.
Düsseldorf als Modell für NRW
Die Landeshauptstadt profitiert von ihrer Lage im Herzen des Rheinlands. Kurze Wege zu wichtigen Partnern, eine gut ausgebaute Infrastruktur und ein breites Netzwerk aus Kammern, Verbänden und Hochschulen: Das sind keine Selbstverständlichkeiten. Für Mittelständler bedeutet das konkrete Vorteile.
Die IHK Düsseldorf arbeitet daran, diesen Standortvorteil zu erhalten und auszubauen. Berghausen setzt dabei auf den direkten Dialog mit den Unternehmen. Nur wer die Lage vor Ort kennt, kann die richtigen Weichen stellen.
Offenheit als Wettbewerbsvorteil
Offen zu bleiben für neue Ideen und fremde Perspektiven: Das ist keine weiche Forderung. Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Märkte verändern sich schnell. Technologien entwickeln sich weiter. Kundenbedürfnisse wandeln sich.
Betriebe, die diesen Wandel aktiv gestalten, sind erfolgreicher als solche, die abwarten. Berghausen macht das in seiner eigenen Arbeit als IHK-Hauptgeschäftsführer sichtbar. Auch eine Kammer muss sich fragen: Wie bleibt sie relevant? Wie dient sie ihren Mitgliedern besser?
Fazit: Wandel als Dauerzustand
Düsseldorf steht wirtschaftlich gut da. Das ist keine Beruhigungspille, sondern eine belegbare Einschätzung. Doch Stabilität entsteht nicht durch Stillstand. Sie ist das Ergebnis kontinuierlicher Anpassung. Für den Mittelstand in NRW bedeutet das: Wer heute investiert, in neue Ideen, in Personal, in Strukturen, sichert seinen Platz im Markt von morgen. Berghausens Botschaft ist eindeutig: Wer sich traut, sich neu zu erfinden, bleibt im Spiel.



