IHK-Experte Peltzer erklärt: Was hohe Spritpreise für NRW-Betriebe bedeuten
Steigende Spritpreise treffen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen hart. Stefan Peltzer, Leiter des Referats Mobilität, Energie und Nachhaltiges Wirtschaften der IHK zu Dortmund, war am 9. April 2026 zu Gast in der WDR-Lokalzeit aus Dortmund. Dort sprach er über die wirtschaftlichen Folgen der explodierenden Kraftstoffpreise für Betriebe in der Region.
Kraftstoffkosten als wachsende Belastung für den Mittelstand
Für viele mittelständische Unternehmen in NRW gehören Fahrzeugflotten zum täglichen Betrieb. Handwerker, Lieferdienste, Logistiker: Sie alle sind direkt von den Kraftstoffpreisen abhängig. Steigen die Preise, steigen die Betriebskosten. Der Spielraum für Preiserhöhungen gegenüber Kunden ist dabei oft begrenzt.
Peltzer ist in der Dortmunder Wirtschaftsregion eine bekannte Stimme zu diesen Themen. Er begleitet seit Jahren Projekte zur betrieblichen Mobilität. Einige dieser Modellprojekte wurden sogar auf Bundesebene aufgegriffen und adaptiert.
Betriebliche Mobilität neu denken
Die IHK zu Dortmund setzt auf konkrete Lösungsansätze. Peltzer empfiehlt Unternehmen, ihre Fahrzeugflotten systematisch zu analysieren. Welche Fahrten sind wirklich notwendig? Wo lassen sich Routen optimieren? Welche Fahrzeuge könnten durch emissionsärmere Alternativen ersetzt werden?
Diese Fragen sind nicht neu. Doch die aktuelle Preissituation verleiht ihnen neue Dringlichkeit. Wer jetzt handelt, spart nicht nur Kosten. Er macht seinen Betrieb auch unabhängiger von künftigen Preisschwankungen.
Mikrodepots als Teil der Lösung
Ein konkretes Beispiel aus Dortmund zeigt, wie Umdenken funktionieren kann. Die Stadt Dortmund und die IHK haben gemeinsam das Konzept der Mikrodepots vorangetrieben. Dabei werden Waren an zentralen Punkten am Stadtrand gesammelt. Von dort aus erfolgt die letzte Meile emissionsfrei, etwa per Lastenrad oder Elektrofahrzeug.
Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund, betonte dabei die Rolle der Kammer. Die IHK motiviert ihre Mitglieder ausdrücklich, sich aktiv in solche Prozesse einzubringen. Das Mikrodepot-Modell gilt als Einstieg in einen emissionsfreien Lieferverkehr in der Innenstadt.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch
Peltzer hat bei IHK-Wirtschaftsgesprächen in der Region wiederholt einen Punkt betont: Nachhaltiges Wirtschaften und unternehmerische Ziele schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Wer seinen Energieverbrauch senkt und Fahrten reduziert, spart bares Geld.
Diese Botschaft richtet sich ausdrücklich auch an kleinere Betriebe. Viele Handwerksunternehmen und KMU glauben, dass Mobilitätswende vor allem etwas für Großkonzerne ist. Peltzer widerspricht dem. Auch ein Betrieb mit fünf Fahrzeugen kann mit einfachen Mitteln die Kraftstoffkosten deutlich senken.
Beratungsangebote der IHK Dortmund
Die IHK zu Dortmund bietet Unternehmen konkrete Unterstützung an. Peltzer und sein Referat stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie beraten zu Fördermöglichkeiten, Fuhrparkoptimierung und alternativen Antrieben. Darüber hinaus vernetzt die IHK Betriebe mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund.
Das Thema betriebliche Mobilität hat in Dortmund auch überregionale Bedeutung gewonnen. Im Rahmen von IHK NRW tauschen sich Verkehrsreferenten der verschiedenen Kammern regelmäßig aus. Zuletzt trafen sich die Verkehrsdezernenten der IHK NRW in Dortmund zu einem zweitägigen Arbeitstreffen.
Fazit: Handeln lohnt sich jetzt
Hohe Spritpreise sind für viele NRW-Betriebe ein ernstes Problem. Gleichzeitig sind sie ein Anstoß, die eigene Mobilität kritisch zu überprüfen. Die IHK Dortmund liefert dafür das nötige Know-how. Stefan Peltzer steht stellvertretend für einen praxisnahen Ansatz: Weniger Kraftstoff, weniger Kosten, mehr Resilienz. Wer heute investiert, profitiert morgen.