IHK fordert Kurswechsel: NRW verliert tausende Industriejobs
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Nordrhein-Westfalen verliert Industriearbeitsplätze in erheblichem Tempo. Im IHK-Bezirk Nord Westfalen sind zwischen 2022 und 2025 fast fünf Prozent der Industriejobs weggefallen. Die IHK-Präsidenten Baumgürtel und Klein haben das Thema in die Landespolitik getragen. In Gesprächen mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums forderten sie bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Industrie in NRW.
Zahlen aus der Region
Der Verlust von fast fünf Prozent der Industriearbeitsplätze binnen drei Jahren trifft den industriellen Kern Nordrhein-Westfalens. Für den Mittelstand bedeutet das weniger Aufträge, weniger Kaufkraft in der Region und einen schwieriger werdenden Arbeitsmarkt.
Besonders die Chemieindustrie steht unter Druck. Bürokratie und nicht wettbewerbsfähige Energiepreise sind für viele Unternehmen zu einem existenziellen Problem geworden. Die allgemeine Wirtschaft stagniert, in einzelnen Industriebranchen ist die Lage jedoch schlechter.
IHK-Präsidenten im Dialog mit dem Wirtschaftsministerium
Die IHK Nord Westfalen hat das Gespräch mit der Landespolitik gesucht. IHK-Präsidenten Baumgürtel und Klein trafen auf Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW. Das Ministerium steht unter der Leitung von Ministerin Mona Neubaur von den Grünen.
Staatssekretär Paul Höller vertrat das Wirtschaftsministerium. Staatssekretär Dr. Bernd Schulte nahm als Amtschef der Staatskanzlei ebenfalls an den Gesprächen teil. Die Botschaft aus dem Ministerium war klar: Nordrhein-Westfalen solle Industrieland bleiben. Daran werde gearbeitet.
Die IHK-Seite blieb bei ihrer Forderung nach konkreten Maßnahmen. Absichtserklärungen allein reichen aus Sicht der Wirtschaftsvertreter nicht aus.
Energiepolitik als zentrales Problem
Ein Kernthema der Gespräche war die Energiepolitik. Die IHK NRW hatte bereits im Herbst 2025 auf einer Diskussionsveranstaltung vor den Folgen der aktuellen Energiepolitik gewarnt. Steigende Kosten, unsichere Versorgung und gefährdete Wettbewerbsfähigkeit standen damals im Mittelpunkt. Daran hat sich seitdem wenig geändert.
Industrieunternehmen in NRW zahlen für Energie deutlich mehr als Wettbewerber in anderen Ländern. Das macht Investitionen in Deutschland unattraktiv. Kapital fließt dorthin, wo die Bedingungen besser sind. Die Folge sind weniger Arbeitsplätze und ein schrumpfender industrieller Kern.
Rheinisches Revier unter besonderem Druck
Strukturell besonders schwierig ist die Lage im Rheinischen Revier. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung erfordert den Aufbau neuer Industriearbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung. Die IHK Köln hatte in diesem Zusammenhang die Schaffung von 15.000 neuen Arbeitsplätzen als notwendige Größenordnung genannt. Ohne große zusammenhängende Industrieflächen sei das nicht zu erreichen.
Was die Wirtschaft fordert
Die IHK-Präsidenten haben in ihren Gesprächen mit der Politik klare Forderungen formuliert: wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie und geeignete Industrieflächen.
Für den Mittelstand in NRW ist die Industrie ein zentraler Auftraggeber und Abnehmer. Bricht die industrielle Basis weg, trifft das auch Handwerksbetriebe, Zulieferer und Dienstleister.
Versprechen reichen nicht
Beide Seiten sitzen am Tisch. Doch die Zahlen sind eindeutig: Fast fünf Prozent weniger Industriejobs in drei Jahren sind kein vorübergehender Effekt. Die IHK kündigte an, die Umsetzung von Zusagen zu beobachten.



