
IHK warnt Heiligenhaus: Bettensteuer gefährdet Hotellerie
Der Stadtrat Heiligenhaus diskutiert die Einführung einer Beherbergungssteuer. Die IHK Düsseldorf hat sich in der Ratssitzung dagegen ausgesprochen. Die Wirtschaftsvertreter sehen die lokale Hotellerie in einer schwierigen Lage.
Übernachtungszahlen erholen sich nur langsam
Im Kreis Mettmann, zu dem Heiligenhaus gehört, hat die Hotellerie das Vor-Corona-Niveau noch nicht zurückgewonnen. Die Zimmerauslastung lag im zweiten Halbjahr 2024 bei 50,2 Prozent. Der langjährige Durchschnitt beträgt 53,3 Prozent.
In diesem Umfeld plant die Stadt Heiligenhaus die Einführung einer Beherbergungssteuer. Für die IHK Düsseldorf ist das der falsche Zeitpunkt. Die Kammer warnte den Rat vor den Folgen einer solchen Abgabe.
Steuer trifft geschwächte Branche
Eine Beherbergungssteuer wird auf Übernachtungen erhoben, meist als prozentualer Aufschlag auf den Zimmerpreis. Für Geschäftsreisende gilt in der Regel eine Ausnahme. Der bürokratische Aufwand für die Betriebe ist trotzdem erheblich.
Hotels müssen die Steuer einziehen, abführen und dokumentieren. Das bindet Personal und kostet Zeit. Für kleine Betriebe ist das eine spürbare Belastung. Die IHK Düsseldorf betont, die Branche brauche jetzt Entlastung, keine neuen Abgaben.
Widerstand gegen Bettensteuer ist landesweit verbreitet
Heiligenhaus steht mit dieser Debatte nicht allein. In Aachen warnt der DEHOGA Nordrhein vor finanziellen und bürokratischen Belastungen durch eine geplante Beherbergungssteuer. In Saarbrücken soll die Steuer ab April 2026 kommen. Die dortige IHK spricht von einem falschen Signal für die Hotellerie.
Auch in Oberhausen wurde die Diskussion geführt. Dort wurde die geplante Bettensteuer nach Kritik aus der Tourismusbranche schließlich nicht eingeführt. Kommunen können damit auf den Widerstand der Wirtschaft reagieren.
IHK fordert andere Prioritäten
Die IHK Düsseldorf spricht sich für einen anderen Ansatz aus. Statt neue Steuern einzuführen, sollten Kommunen die Rahmenbedingungen für Tourismus und Hotellerie verbessern. Investitionen in Infrastruktur und Standortmarketing seien sinnvoller als zusätzliche Abgaben.
Ob der Stadtrat Heiligenhaus der Empfehlung folgt, ist noch offen.
Kommunen suchen neue Einnahmequellen
Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen stehen unter Haushaltsdruck und suchen nach Wegen, ihre Einnahmen zu steigern. Die Beherbergungssteuer gilt als vergleichsweise einfach einzuführendes Instrument.
Die Wirtschaft warnt jedoch: Höhere Kosten für Übernachtungen schrecken Gäste ab. Weniger Gäste bedeuten weniger Umsatz für Hotels, Restaurants und den lokalen Handel. Am Ende kann die Steuer mehr schaden als nutzen.
Branche braucht Planungssicherheit
Die Heiligenhauser Ratspolitiker müssen nun kurzfristige Einnahmen gegen langfristige Standortnachteile abwägen. Die IHK hat ihre Position klar gemacht. Die Hotellerie im Kreis Mettmann kämpft noch mit den Folgen der Pandemie. Eine neue Steuerbelastung in dieser Phase wäre für viele Betriebe eine zusätzliche Belastung.