Inflation in NRW: 3,3 Prozent – Energie treibt Preise hoch
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Die Inflation in Nordrhein-Westfalen hat im September 2026 den höchsten Stand seit 2023 erreicht. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – 0,4 Prozentpunkte mehr als im August. Für Unternehmen und Haushalte im Land bleibt der Kostendruck damit hoch.
Energie als wichtigster Preistreiber
Der stärkste Anstieg kam aus dem Energiebereich. Benzin, Diesel und Heizöl verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr spürbar. Hintergrund ist der geopolitische Konflikt im Nahen Osten: Der Iran-Krieg hat die Rohölpreise an den internationalen Märkten belastet, was sich direkt an Tankstellen und bei Heizöl niederschlägt.
Für mittelständische Betriebe in NRW ist das eine ernste Belastung. Transportkosten, Energierechnungen und Produktionskosten hängen direkt am Ölpreis. Spediteure, Handwerksbetriebe und produzierende Unternehmen spüren den Anstieg unmittelbar in ihrer Kalkulation.
Gemüse und Eier: Starke Preissprünge
Auch an der Gemüsetheke hat sich die Lage verschärft. Tomaten und Gurken kosteten binnen eines Jahres jeweils rund ein Drittel mehr. Möhren wurden um etwa ein Fünftel teurer. Der Preis für Eier stieg um ein Sechstel.
Das trifft Lebensmittelhändler und Gastronomen gleichermaßen. Wer in der Gastronomie oder im Lebensmitteleinzelhandel arbeitet, muss gestiegene Einkaufspreise entweder weitergeben oder die eigene Marge reduzieren. Beides ist für kleinere Betriebe schwierig.
Milch und Butter: Gegenläufiger Trend
Nicht alle Lebensmittel sind teurer geworden. Milch und Butter kosteten weniger als im Vorjahr. Vollmilch war um 9,6 Prozent günstiger. Butter verbilligte sich sogar um 33,7 Prozent. Speisefette und Öle lagen im Schnitt 17,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Dieser Rückgang mindert die Gesamtbelastung für Verbraucher etwas. Für Bäckereien, Konditoreien und andere handwerkliche Lebensmittelbetriebe ist die günstigere Butter ein kleiner Vorteil in schwierigen Zeiten.
Belastung für den Mittelstand
Für kleine und mittlere Unternehmen in NRW steigen die Betriebskosten bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten, während die Spielräume bei der Preisgestaltung begrenzt bleiben. Kunden reagieren empfindlich auf Preiserhöhungen.
Besonders betroffen sind Betriebe mit hohem Energieverbrauch: Bäcker, Metallverarbeiter, Druckereien und Logistikunternehmen zahlen mehr für Strom, Gas und Kraftstoff. Gleichzeitig wächst der Druck von Mitbewerbern, die Preise stabil zu halten.
Handwerksbetriebe auf dem Bau kämpfen zusätzlich mit hohen Materialpreisen. Die Energiekosten verteuern auch die Herstellung von Baustoffen, was sich entlang der gesamten Lieferkette fortsetzt.
Kaufkraft der Beschäftigten unter Druck
Eine Inflationsrate von 3,3 Prozent bedeutet: Wer keine entsprechende Lohnerhöhung erhalten hat, verliert real an Kaufkraft. Das betrifft Millionen Beschäftigte in NRW. Für Arbeitgeber im Mittelstand wächst damit der Druck, Löhne anzupassen – was die Personalkosten weiter erhöht.
Viele Familienunternehmen stehen vor einem schwierigen Abwägen: Löhne anpassen und Kosten erhöhen, oder Fachkräfte an Wettbewerber verlieren.
Fazit
Die Inflationsrate in NRW ist im September 2026 auf 3,3 Prozent gestiegen. Energie und Gemüse sind die größten Kostentreiber. Mittelständische Betriebe stehen unter Druck durch höhere Betriebskosten, steigende Lohnforderungen und begrenzte Möglichkeiten zur Preiserhöhung. Günstigere Milch und Butter mildern die Lage punktuell, ändern aber nichts am Gesamtbild.



