Tourismus

Kempen: Bustouren zu Werksverkäufen als neues Tourismuskonzept

Gewerbegebiete als Touristenziel: Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat beim Wirtschaftsdialog der MIT Kempen konkrete Formen angenommen. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion vor Ort diskutierte Ideen, wie Werksverkäufe im Kempener Gewerbegebiet für Besucher attraktiver werden könnten. Im Mittelpunkt steht ein Konzept mit organisierten Bustouren.

Werksverkäufe als Ausflugsziel

Der Ansatz ist einfach: Mehrere Betriebe mit Werksverkauf sollen gemeinsam vermarktet werden. Besucher könnten per Bus von einem Unternehmen zum nächsten fahren. So entsteht ein geführtes Einkaufserlebnis direkt beim Hersteller.

Kempen ist als Wirtschaftsstandort am Niederrhein breit aufgestellt. Die Stadt verfügt über mehrere Gewerbegebiete mit produzierenden Betrieben. Einige davon haben bereits Werksverkäufe. Das Potenzial für eine gebündelte Vermarktung gilt als vorhanden.

Die MIT Kempen sieht darin eine Chance, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen: mehr Kundschaft für die lokalen Unternehmen und mehr Ausflügler für die Region. Tourismus und Wirtschaft sollen so gegenseitig voneinander profitieren.

Gesamtkonzept soll entwickelt werden

Beim Wirtschaftsdialog blieb es nicht bei einer einzelnen Idee. Die Teilnehmer sprachen sich für ein übergreifendes Tourismuskonzept aus. Darin sollen die Werksverkäufe als Baustein eingebunden werden.

Kempen hat bereits eine lebendige Innenstadt. Die mittelalterliche Altstadt zieht Besucher aus der Region an. Eine Verknüpfung von Innenstadt und Gewerbegebiet könnte das Angebot für Tagestouristen deutlich erweitern.

Konkrete Umsetzungsschritte oder Zeitpläne wurden beim Dialog noch nicht festgelegt. Zunächst geht es darum, interessierte Unternehmen zu identifizieren und ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.

MIT Kempen setzt auf Unternehmensbesuche

Parallel zu den Tourismusideen hat die MIT Kempen eine eigene Besuchsreihe gestartet. Mitglieder erhalten dabei Einblicke in lokale Betriebe. Einen der ersten Termine absolvierte die Gruppe beim Unternehmen Lackwerke Peters.

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Solche Formate stärken den Austausch zwischen den Mitgliedsunternehmen. Sie zeigen zudem, was die lokale Wirtschaft zu bieten hat. Das gilt nicht nur nach innen, sondern auch als Argument gegenüber potenziellen Besuchern von außen.

Wirtschaftsdialog mit breiter Agenda

Der Wirtschaftsdialog in Kempen ist inzwischen ein festes Format. Beim Unternehmerkreis Kempen sprach in diesem Jahr NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk. Rund 100 Unternehmerinnen und Unternehmer diskutierten mit ihm über Wirtschaft und Finanzpolitik in NRW.

Erstmals veranstaltete der Unternehmerkreis den Dialog gemeinsam mit dem Werbering Kempen. Ort der Veranstaltung war die Aula der Kempener Gesamtschule. Themen wie Innenstadtsauberkeit, Wohnraum, Pflege und Bildung kamen ebenfalls zur Sprache.

Optendrenk warb beim Dialog für eine nachhaltige Finanzpolitik. Der 55-jährige Lobbericher betonte, dass solide Staatsfinanzen eine Grundlage für wirtschaftliches Wachstum seien.

Fazit

Kempen zeigt, wie Wirtschaft und Tourismus zusammengedacht werden können. Die Idee, Werksverkäufe per Bustour erlebbar zu machen, ist pragmatisch und umsetzbar. Ob daraus ein tragfähiges Konzept wird, hängt von der Bereitschaft der Unternehmen ab. Die MIT Kempen hat den Anstoß gegeben. Jetzt ist die Wirtschaftsförderung gefragt, das Thema voranzutreiben.

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