Kodi-Insolvenz trifft NRW: 43 Filialen schließen, 265 Jobs weg
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Der Haushaltswaren-Discounter Kodi streicht fast jede dritte Filiale. 43 Standorte werden geschlossen, 265 Mitarbeiter entlassen. Nordrhein-Westfalen ist besonders stark betroffen. In Köln treffen die Schließungen vier Filialen. Auch Düsseldorf, Leverkusen und weitere Städte im Rheinland verlieren Kodi-Standorte.
Sanierung auf Kosten der Belegschaft
Kodi hatte Insolvenz angemeldet und befindet sich in einem Sanierungsverfahren. Das Unternehmen betreibt Discountläden mit Haushaltswaren, Dekoration und Alltagsbedarf zu niedrigen Preisen. Der Insolvenzverwalter hat entschieden, das Filialnetz deutlich zu verkleinern. Gut ein Drittel der Standorte ist nicht mehr rentabel zu betreiben.
265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren durch die Schließungen ihren Arbeitsplatz. Das Unternehmen selbst soll nach der Sanierung weiter bestehen. Der verbleibende Teil des Filialnetzes soll wirtschaftlich tragfähig gemacht werden.
NRW als Schwerpunkt der Schließungen
Nordrhein-Westfalen gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen. In Köln werden vier Filialen geschlossen. In Düsseldorf trifft es mehrere Standorte, darunter Läden in zentraler Lage. Leverkusen verliert vier Filialen. Der Standort in Rheinberg bleibt nach aktuellem Stand erhalten.
Für Städte wie Köln entstehen Leerstände in Einkaufslagen, die ohnehin unter Druck stehen. Freie Ladenflächen sind nach Insolvenzen von Handelsketten erfahrungsgemäß schwer neu zu vermieten.
Kein Einzelfall im stationären Handel
Kodi ist nicht das erste Unternehmen, das in diesem Umfeld in Schieflage gerät. Die Deko-Kette Depot stellte Ende September 2026 ihren Geschäftsbetrieb vollständig ein. Der stationäre Non-Food-Handel kämpft seit Jahren mit sinkenden Kundenfrequenzen. Onlinehandel, gestiegene Mieten und höhere Betriebskosten belasten die Margen.
Für Discountketten wie Kodi, die auf Laufkundschaft und niedrige Preise setzen, ist dieses Umfeld besonders schwierig. Das Geschäftsmodell setzt große Flächen, hohe Umsätze und günstige Mietkonditionen voraus. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, gerät die Kalkulation schnell aus dem Gleichgewicht.
Handelsstruktur in Städten verändert sich
Die Schließungen bei Kodi stehen nicht allein. In vielen Innenstädten und Einkaufszentren in NRW sind in den vergangenen Jahren bekannte Handelsnamen verschwunden. Galeria Kaufhof, Esprit, Görtz: Die Liste der geschlossenen Ketten ist lang. Jede neue Insolvenz verschärft den Druck auf Vermieter und Kommunen.
Für mittelständische Zulieferer und Dienstleister, die von Handelsketten abhängen, sind solche Insolvenzen ein direktes Risiko. Offene Forderungen bleiben oft ungedeckt. Kleinere Lieferanten gehören regelmäßig zu den Verlierern solcher Verfahren.
Ausblick
265 Jobs gehen verloren, dutzende Flächen in NRW stehen leer. Die verbleibenden Standorte sollen das Unternehmen tragen. Ob die Sanierung gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Der Strukturwandel im Handel bleibt für NRW eine anhaltende Belastung.



