Köln und Düsseldorf: Mietpreise klettern zweistellig
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Der Wohnungsmarkt in Deutschland verschärft sich weiter. Das Angebot an Mietwohnungen schrumpft, die Preise steigen. Köln verzeichnet einen der stärksten Anstiege bundesweit: Die Angebotsmieten legten dort um 7,9 Prozent zu. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Köln und Düsseldorf besonders stark betroffen
In Nordrhein-Westfalen trifft es vor allem die großen Städte. Köln gehört bundesweit zu den Spitzenreitern bei den Mietsteigerungen. In Düsseldorf zeigt eine qualitätsbereinigte Analyse Unterschiede von bis zu zehn Prozentpunkten gegenüber der allgemeinen Mietentwicklung. Wer heute eine neue Wohnung sucht, zahlt damit deutlich mehr als der Mietspiegel vermuten lässt.
Auch bundesweit ist der Trend eindeutig. Der GREIX-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) dokumentiert zum Jahresende 2025 steigende Neuvermietungspreise in fast allen Regionen Deutschlands. Hamburg liegt bei einem Plus von 5,5 Prozent. Großstädte außerhalb der Top-Metropolen verzeichnen im Schnitt ein Wachstum von 4,9 Prozent.
Angebot sinkt, Nachfrage bleibt hoch
Das Grundproblem ist bekannt: Es wird zu wenig gebaut. Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt hoch, das verfügbare Angebot geht zurück. Für Mieter bedeutet das: Die Schere zwischen Mietspiegelniveau und tatsächlichen Angebotspreisen öffnet sich weiter.
Inseratspreise liegen in vielen Städten weit über den Werten, die im jeweiligen Mietspiegel als ortsüblich gelten. Vermieter orientieren sich bei Neuvermietungen nicht am Mietspiegel, sondern an der Marktlage. Rechtlich ist das in vielen Fällen möglich, solange die Mietpreisbremse nicht greift oder nicht konsequent durchgesetzt wird.
Kaufpreise stabil, Mieten nicht
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien bleiben laut aktuellen Erhebungen weitgehend stabil. Wer sich kein Eigentum leisten kann oder will, bleibt auf den Mietmarkt angewiesen. Und dort steigen die Kosten weiter.
Für Unternehmen im Mittelstand hat das konkrete Folgen. Wer Fachkräfte nach Köln, Düsseldorf oder Bonn holen will, muss die gestiegenen Lebenshaltungskosten einkalkulieren. Mitarbeiter fragen bei Gehaltsverhandlungen gezielt nach Wohnkostenzuschüssen oder flexiblen Arbeitsortmodellen. Der Wohnungsmarkt wird damit zur Standortfrage.
Bauwirtschaft unter Druck
Das Handwerk und die Bauwirtschaft könnten Teil der Lösung sein. Doch die Branche kämpft mit eigenen Problemen. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und bürokratische Hürden bremsen den Wohnungsneubau. Die Zahl der Baugenehmigungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gefallen. Neue Wohnungen kommen damit kaum auf den Markt.
Kleinere Bauunternehmen und Handwerksbetriebe in NRW berichten von sinkenden Auftragsvolumina im Wohnungsbau. Der Sanierungsbereich bleibt stabil. Viele Vermieter investieren in Bestandsimmobilien, um nach Modernisierungen höhere Mieten zu erzielen. Das verbessert zwar die Gebäudequalität, entlastet den Markt aber nicht.
Politik gefragt, Lösungen fehlen
Bund und Länder haben verschiedene Programme zur Wohnraumförderung aufgelegt, die Wirkung bleibt begrenzt. Das IW und das IfW fordern schnellere Genehmigungsverfahren, günstigere Baulandpreise und eine stärkere steuerliche Förderung des Neubaus. In NRW diskutiert die Landespolitik über weitere Schritte. Konkrete Ergebnisse lassen auf sich warten.
Fazit
Der Wohnungsmarkt in NRW bleibt angespannt. Köln und Düsseldorf gehören bundesweit zu den teuersten Mietregionen, und die Preise steigen weiter. Solange zu wenig gebaut wird und das Angebot knapp bleibt, ändert sich daran nichts. Für Mittelständler bedeutet das: Der Wettbewerb um Fachkräfte wird auch zu einem Wettbewerb um bezahlbaren Wohnraum.



