Kommunalwahl NRW: CDU bleibt vorn, AfD fast verdreifacht
Die CDU hat die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. September 2025 gewonnen. Mit 33,3 Prozent behauptete sie Platz eins in den Stadträten der kreisfreien Städte und in den Kreistagen. Das sind 1,0 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Kommunalwahl 2020. Die eigentliche Nachricht des Abends kam jedoch woanders her: Die AfD hat ihr Ergebnis fast verdreifacht.
CDU vorn, aber mit Abstrichen
Die CDU ist stärkste kommunale Kraft in NRW geblieben. Der Vorsprung vor der SPD bleibt deutlich. Doch die leichten Verluste zeigen: Das Ergebnis ist kein Jubelergebnis. Die Partei hat gehalten, was sie hatte. Mehr nicht.
Die SPD landete auf Platz zwei. Sie verlor ebenfalls. Die Grünen mussten die härtesten Einbußen hinnehmen. Sie verloren nach ihrem starken Ergebnis von 2020 erheblich an Boden. Vielerorts entscheiden Stichwahlen, wer letztlich Bürgermeister oder Landrat wird.
Politikwissenschaftler Oliver Lembcke von der Ruhr-Universität Bochum bewertet das Ergebnis für die CDU positiv. Er sieht die Partei als kommunalpolitische Kraft Nummer eins gefestigt. CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz wurde zur Landesvorstandssitzung am Abend nach der Wahl eingeladen. Das Signal an Berlin war klar: Die NRW-CDU steht stabil.
AfD fast verdreifacht: Das ist die eigentliche Zäsur
Das beherrschende Ergebnis des Abends ist der Aufstieg der AfD. Die Partei hat ihr Ergebnis gegenüber 2020 fast verdreifacht. Sie ist in Stadträten und Kreistagen nun mit erheblichem Gewicht vertreten.
Das hat direkte Konsequenzen für die kommunale Politik. In Kommunen, in denen keine Partei allein eine Mehrheit bildet, wird die Bildung von Koalitionen schwieriger. Die anderen Parteien müssen klären, wie sie mit der AfD umgehen. Eine Zusammenarbeit lehnen CDU, SPD und Grüne weiterhin ab. Das macht Mehrheiten in manchen Gremien rechnerisch komplizierter.
Die NRW-Kommunalwahlen gelten als Gradmesser für die politische Stimmung im bevölkerungsreichsten Bundesland. Die Ergebnisse haben deshalb auch Signalwirkung über die Stadtratssäle hinaus.
Was das für Kommunen und Unternehmen bedeutet
Für den Mittelstand und das Handwerk in NRW sind stabile kommunale Verhältnisse entscheidend. Baugenehmigungen, Gewerbeansiedlungen, Infrastruktur und Vergabeentscheidungen laufen über Rathäuser und Kreistage. Politische Blockaden auf lokaler Ebene können Projekte verzögern.
In Kommunen, in denen Stichwahlen nötig sind, bleibt bis zur Entscheidung unklar, wer die Verwaltung führt. Das kann Planungsprozesse vorübergehend bremsen. Besonders in Städten mit knappen Mehrheitsverhältnissen ist Geduld gefragt.
Die hohe Wahlbeteiligung bei dieser Kommunalwahl zeigt: Das Interesse der Bevölkerung an lokaler Politik ist gestiegen. Das ist ein Zeichen, dass die Themen der Kommunen, von Infrastruktur über Sicherheit bis zu Wirtschaftsansiedlungen, die Menschen bewegen.
Stichwahlen als nächste Weichenstellung
In vielen Städten und Landkreisen wird die endgültige Machtverteilung erst durch Stichwahlen bestimmt. Wer Bürgermeister oder Landrat wird, steht noch nicht überall fest. Für Unternehmen bedeutet das: Ansprechpartner in Kommunen können sich noch ändern.
Die CDU geht mit Rückenwind in diese zweite Runde. Sie stellt in vielen Kommunen den führenden Kandidaten. Ob sie ihre Stellung als dominierende Kommunalpartei auch bei den Stichwahlen ausbauen kann, wird sich zeigen.
Fazit
Die Kommunalwahl 2025 in NRW hat das politische Gefüge in vielen Städten und Landkreisen verändert. Die CDU bleibt die stärkste Kraft, die AfD ist zu einem dauerhaften Faktor in der Kommunalpolitik geworden. Grüne und SPD stehen vor einer Analyse ihrer Verluste. Für den Mittelstand gilt: Die kommunalen Rahmenbedingungen werden sich in einigen Regionen verschieben. Wer investieren oder ansiedeln will, sollte die lokalen Mehrheitsverhältnisse im Blick behalten.



