Kreis Mettmann: Lehrstellen frei, Rente unsicher, Wohnraum knapp
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Im Kreis Mettmann stehen zum 1. August 2026 noch 708 Ausbildungsstellen offen. Die Industrie- und Handelskammer Düsseldorf lobt die ausbildende Wirtschaft der Region. Der DGB sieht jedoch strukturelle Probleme, die über den Lehrstellenmarkt hinausgehen.
Ausbildungsmarkt: Chancen für Bewerber
Wer noch keine Lehrstelle hat, kann jetzt handeln. 708 freie Stellen im Kreis Mettmann bieten konkrete Einstiegschancen. Die IHK Düsseldorf hat der regionalen Wirtschaft für ihr Ausbildungsengagement ausdrücklich Lob ausgesprochen. Betriebe bilden aus, die Nachfrage nach Nachwuchs ist real.
Der Juli-Arbeitsmarktbericht zeigt zugleich ein anderes Bild. Im Kreis Mettmann waren im Juli 19.211 Menschen arbeitslos gemeldet, 348 mehr als im Vormonat. Der Anstieg ist saisonbedingt, trifft aber nicht alle Kommunen gleich. In Mettmann und Wülfrath sanken die Zahlen leicht, in Erkrath stieg die Arbeitslosenquote deutlich an.
Rentenrisiko trifft Frauen besonders hart
Der DGB NRW hat einen aktuellen Rentenreport vorgelegt. Das Ergebnis ist eindeutig: Altersarmut ist kein abstraktes Risiko. Frauen, Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen früher aufhören müssen zu arbeiten, sind besonders gefährdet.
Wer nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten kann, büßt erhebliche Rentenansprüche ein. In Berufen mit körperlicher Belastung ist das ein reales Problem. Im Handwerk und in kleinen Betrieben ist diese Gruppe überdurchschnittlich vertreten.
Der DGB fordert deshalb Reformen. Eine Rente, die das Arbeitsleben fair abbildet, müsse auch diejenigen absichern, die körperlich oder gesundheitlich nicht bis zum Schluss durchhalten können.
Wohnraum bleibt ein ungelöstes Problem
Neben Ausbildung und Rente benennt der DGB den Wohnungsmarkt als weiteren Problembereich. Bezahlbarer Wohnraum fehlt. Das betrifft Beschäftigte mit mittleren und niedrigen Einkommen direkt, hohe Mieten fressen Lohnzuwächse auf.
Für Unternehmen im Kreis Mettmann ist das ebenfalls relevant. Wer keine bezahlbare Wohnung in der Nähe findet, zieht nicht in die Region. Das erschwert die Fachkräftegewinnung, besonders für kleinere Betriebe ohne eigene Personalmarketingabteilung.
Mittelstand steht unter Druck
Kleine und mittlere Unternehmen im Kreis Mettmann spüren die Folgen auf mehreren Ebenen. Sie konkurrieren um Auszubildende, kämpfen um Fachkräfte und müssen Beschäftigte halten, die steigende Lebenshaltungskosten belasten. Gewerkschaft und Wirtschaft sind sich selten einig. In der Diagnose aber stimmen die Befunde überein: Der regionale Arbeitsmarkt hat mehrere offene Flanken.
Fazit
Der Kreis Mettmann hat mit 708 freien Lehrstellen einen konkreten Hebel, den Nachwuchs jetzt zu gewinnen. Der Blick auf Rente, Wohnraum und Arbeitslosigkeit zeigt aber: Einzelmaßnahmen reichen nicht. Betriebe, Politik und Sozialpartner müssen die Themen gemeinsam angehen. Für den Mittelstand in der Region geht es um mehr als Ausbildungsquoten, sondern um Standortattraktivität.



