IT & Kommunikation

Kreuzau: Glasfaser-Ausbau kommt nicht voran

Der Glasfaserausbau in der Gemeinde Kreuzau im Kreis Düren kommt nicht wie geplant voran. Obwohl die Gemeinde bereits 2022 eine Kooperationsvereinbarung mit einem Anbieter abgeschlossen hatte, verzögert sich die Umsetzung. Für Unternehmen und Privathaushalte bleibt die Versorgung mit schnellem Internet damit weiterhin ein Problem.

Telekom-Tochter soll 24 Straßen versorgen

Die Gemeinde Kreuzau hat der Telekom-Tochter Glasfaser Plus die Zustimmung für den Ausbau in 24 Straßen des Kernorts erteilt. Das geht aus aktuellen Angaben der Gemeinde hervor. Bauarbeiten hatten bereits im November 2023 begonnen. Doch der Fortschritt bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Parallel dazu lief im Hauptort Kreuzau eine Nachfragebündelung. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass genug Haushalte einen Vertrag abschließen, bevor ein Anbieter mit dem Ausbau beginnt. Ohne ausreichende Nachfrage rechnet sich der eigenwirtschaftliche Ausbau für die Unternehmen nicht.

Mehrere Anbieter, unklare Zuständigkeiten

In Kreuzau sind derzeit zehn Internetanbieter verfügbar. Glasfaseranschlüsse bieten laut aktuellen Marktdaten Telekom und NetCologne an. Die Parallelaktivitäten mehrerer Anbieter im gleichen Ort können jedoch zu Koordinationsproblemen führen.

Für kleine Betriebe und Handwerksunternehmen in der Region ist die Lage unbefriedigend. Viele Betriebe sind auf stabile und schnelle Internetverbindungen angewiesen. Homeoffice, digitale Buchhaltung, Videokonferenzen und Cloud-Anwendungen setzen Glasfaser oder zumindest leistungsfähige Breitbandverbindungen voraus.

Mängelmelder zeigt Handlungsbedarf

Die Gemeinde Kreuzau betreibt einen eigenen Mängelmelder für den Glasfaserausbau. Bürgerinnen und Bürger können dort Probleme und Hinweise melden. Anfragen zum Hausanschluss sollen direkt an den jeweiligen Anbieter gerichtet werden. Das deutet darauf hin, dass es im laufenden Ausbau wiederholt zu Schwierigkeiten kommt.

Auf der Gemeindewebsite veröffentlicht Kreuzau regelmäßig Statusmeldungen. Zuletzt wurde am 25. Juli 2025 ein aktueller Sachstand zum Glasfaserausbau veröffentlicht. Details zum genauen Fortschritt und zu den betroffenen Ortsteilen lagen zum Redaktionsschluss nicht vollständig vor.

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Strukturproblem im ländlichen Raum

Kreuzau ist kein Einzelfall. Viele Kommunen im ländlichen Raum Nordrhein-Westfalens kämpfen mit ähnlichen Problemen. Eigenwirtschaftlicher Ausbau durch private Anbieter funktioniert vor allem dort, wo die Bevölkerungsdichte hoch genug ist. In dünn besiedelten Gebieten springen oft Förderprogramme des Bundes oder des Landes ein.

Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 flächendeckend Glasfaser bereitzustellen. Dieses Ziel gilt vielen Experten als ambitioniert. In der Praxis zeigen Gemeinden wie Kreuzau, wie schwierig die Umsetzung vor Ort ist. Koordination, Finanzierung und die Bereitschaft der Haushalte zum Vertragsabschluss müssen gleichzeitig stimmen.

Druck auf lokale Unternehmen wächst

Für den Mittelstand in der Region bedeutet jede weitere Verzögerung einen Wettbewerbsnachteil. Betriebe in gut versorgten Gebieten haben schlicht bessere digitale Infrastruktur zur Verfügung. Standortentscheidungen hängen auch von der Netzqualität ab. Das gilt für Neuansiedlungen ebenso wie für die Fachkräftegewinnung.

Die Gemeinde Kreuzau steht damit vor einer bekannten Herausforderung: Sie kann den Ausbau nicht selbst umsetzen, muss aber die Bedingungen schaffen, damit private Anbieter es tun. Zustimmungen erteilen, Koordination übernehmen und Bürger informieren sind die Mittel, die einer Gemeinde bleiben.

Fazit

Der Glasfaserausbau in Kreuzau macht deutlich, dass der Weg zur digitalen Infrastruktur auch auf kommunaler Ebene steinig ist. Vereinbarungen und Genehmigungen allein genügen nicht. Was fehlt, ist eine zügige Umsetzung durch die beteiligten Unternehmen. Für Betriebe und Haushalte in Kreuzau bleibt die Hoffnung, dass die angekündigten Baumaßnahmen bald sichtbaren Fortschritt bringen.

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