Kürten stärkt Wirtschaftsförderung mit direktem Unternehmerdialog
Die Kürtener Wirtschaftsförderung setzt auf Nähe zu den Betrieben vor Ort. Die Gemeindeverwaltung hat angekündigt, den Kontakt zu Unternehmen im Gemeindegebiet deutlich auszubauen. Damit reagiert Kürten auf einen Bedarf, den viele Kommunen im ländlichen Raum kennen: Unternehmen fühlen sich von der Verwaltung oft nicht gehört.
Wirtschaftsförderung soll aktiver werden
Bislang lief der Kontakt zwischen Gemeindeverwaltung und Unternehmern eher sporadisch. Das soll sich ändern. Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Kürten will künftig gezielt auf Betriebe zugehen. Geplant ist ein strukturierter Austausch, der regelmäßig stattfinden soll.
Kürten liegt im Rheinisch-Bergischen Kreis und hat rund 20.000 Einwohner. Die Gemeinde ist geprägt von kleinen und mittleren Betrieben. Handwerk, Dienstleistung und Einzelhandel bestimmen die lokale Wirtschaftsstruktur. Großindustrielle Ansiedlungen gibt es kaum.
Genau deshalb kommt es auf die Rahmenbedingungen für kleinere Betriebe an. Fachkräftemangel, steigende Energiekosten und bürokratische Hürden belasten viele Inhaber. Ein direkter Draht zur Verwaltung kann helfen, konkrete Probleme schneller zu lösen.
KüCard als Zeichen lokaler Vernetzung
Ein Beispiel für das Engagement der Gemeinde ist die KüCard. Die lokale Einkaufskarte wurde eingeführt, um den stationären Handel in Kürten zu stärken. Sie funktioniert als moderne Gutscheinkarte. Käufer können damit bei teilnehmenden Händlern und Gewerbetreibenden im Gemeindegebiet bezahlen.
Die Karte ist bei zahlreichen Stellen des stationären Einzelhandels einsetzbar. Auch andere lokale Gewerbetreibende nehmen daran teil. Das Modell soll Kaufkraft in der Gemeinde halten. Solche Instrumente zeigen, dass Kürten bereit ist, aktiv in die lokale Wirtschaft zu investieren.
Lokale Initiativen als Grundlage für den Dialog
Die KüCard ist kein Einzelfall. Sie steht stellvertretend für eine Haltung: Die Gemeinde will Unternehmen nicht allein lassen. Der nun angekündigte Unternehmerdialog baut auf diesem Fundament auf. Wer mit Betrieben ins Gespräch kommt, erfährt früh, wo der Schuh drückt.
Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der viele Kommunen um Gewerbeansiedlungen konkurrieren. Kürten liegt in der Nähe von Köln. Die Lage im Bergischen Land bietet Vorteile, aber auch Herausforderungen. Die Infrastruktur ist ländlich geprägt. Gute Beziehungen zwischen Verwaltung und Wirtschaft können ein entscheidender Standortvorteil sein.
Strukturierter Austausch als Ziel
Konkret will die Wirtschaftsförderung den Dialog mit den Unternehmen verstärken. Wie genau das Format aussehen wird, ist noch nicht im Detail bekannt. Klar ist: Es soll kein einmaliges Treffen werden. Der Austausch soll dauerhaft angelegt sein.
Für viele Inhaber kleiner Betriebe ist das ein positives Signal. Sie wünschen sich Ansprechpartner in der Verwaltung, die ihre Situation kennen. Ein Bäcker, ein Handwerksbetrieb oder ein Dienstleister haben andere Bedürfnisse als ein Industrieunternehmen. Maßgeschneiderte Unterstützung setzt voraus, dass die Verwaltung diese Unterschiede versteht.
Vorbild für andere Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis
Der Ansatz aus Kürten könnte Signalwirkung haben. Viele Gemeinden ähnlicher Größe stehen vor denselben Fragen. Wie hält man Betriebe im Ort? Wie gewinnt man neue Gewerbetreibende? Wie verhindert man Leerstand in den Ortskernen?
Direkte Kommunikation ist dabei kein Allheilmittel. Aber sie ist eine Voraussetzung. Wer nicht weiß, was Unternehmen brauchen, kann keine passenden Lösungen entwickeln. Kürten geht diesen Schritt jetzt.
Fazit
Kürten zeigt, wie kommunale Wirtschaftsförderung praktisch aussehen kann. Der Aufbau eines strukturierten Unternehmensdialogs ist ein sinnvoller Schritt. Er kostet wenig, schafft aber Vertrauen. Für die Betriebe vor Ort bedeutet das: Die Gemeinde hört zu. Das ist mehr, als viele erwarten.