Land NRW pumpt 60 Millionen Euro in Quartierswärme
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Das Land Nordrhein-Westfalen stellt 60 Millionen Euro für den Ausbau kleiner Wärmenetze in Wohnquartieren bereit. Die Mittel stammen aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur. Mit dem Programm sollen bestehende Gebäude klimafreundlich beheizt werden, ohne dass aufwendige Einzellösungen nötig sind.
Bis zu 600.000 Euro pro Vorhaben
Die Förderung richtet sich an den Bau und die Erweiterung sogenannter Gebäudenetze. Dabei werden mehrere Häuser über ein gemeinsames Netz mit lokal erzeugter Wärme versorgt. Wärmequellen können Luft, Erde oder Abwasser sein. Pro Vorhaben können bis zu 600.000 Euro beantragt werden.
Der Ansatz funktioniert auch im Bestand: Bestehende Häuser lassen sich über solche Netze mit erneuerbarer Wärme versorgen. Das ist für viele Eigentümer und Wohnungsbaugesellschaften in NRW relevant, da der Sanierungsdruck auf den Gebäudebestand hoch ist.
Quartierslösung statt Einzelheizung
Mehrere Gebäude teilen sich eine gemeinsame Infrastruktur, was die Kosten je Einheit senkt. Für Eigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen und Kommunen kann das eine günstigere Alternative zur Einzelsanierung sein.
Für kleine und mittlere Unternehmen im Handwerk und in der Gebäudetechnik eröffnet das Programm neue Aufträge. Installateure, Heizungsbauer und Tiefbaufirmen können von den geförderten Projekten profitieren. Die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich dürfte steigen.
KlimaQuartiere.NRW als Rahmen
Das Land hat 2023 das Konzept der KlimaQuartiere.NRW eingeführt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor zu senken. Seitdem wurden 19 Quartiere ausgezeichnet, die zusammen mehr als 350.000 Quadratmeter klimagerechten Wohnraum umfassen. Die neue Förderung fügt sich in diesen Rahmen ein.
Informationsveranstaltungen für Bürger geplant
Das Wirtschaftsministerium fördert auch Vereine, die kostenlose und unabhängige Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger planen. Ziel ist es, mehr Menschen über die Möglichkeiten klimafreundlicher Wärmeversorgung zu informieren, da viele Eigentümer die vorhandenen Optionen bislang nicht kennen. Gerade in ländlichen Gebieten und kleineren Städten sollen solche Veranstaltungen diese Lücke schließen.
Teil eines größeren Klimapakets
Die Wärmenetzförderung ist Teil eines breiteren Klimaschutzpakets des Landes NRW, das unter anderem den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft und den Ausbau erneuerbarer Energien umfasst. Im Rheinischen Revier laufen bereits konkrete Projekte, die neue Technologien und Arbeitsplätze verbinden sollen.
Kommunen können mit dem Programm Quartiere gezielt modernisieren, ohne alle Kosten selbst tragen zu müssen. Die Förderung senkt die finanzielle Hürde für solche Investitionen spürbar.
Fazit
Die 60 Millionen Euro für kleine Wärmenetze sind ein konkreter Impuls für die Wärmewende in NRW. Das Programm verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlichem Nutzen für Eigentümer, Kommunen und Handwerksbetriebe. Offen bleibt, wie schnell die Mittel abgerufen werden und ob die Förderbekanntheit ausreicht, um die Zielgruppen zu erreichen.



