Lidl baut zweistöckige Metropolfiliale in Herne
Lidl baut in Herne seine erste zweistöckige Filiale. Der Discounter setzt dabei auf sein bereits bekanntes Metropolfiliale-Konzept. Die alte Filiale wird abgerissen, an gleicher Stelle entsteht ein Neubau mit zwei Etagen und mehr Verkaufsfläche.
Was hinter dem Metropolfiliale-Konzept steckt
Das Konzept ist nicht neu. Lidl hat das Modell bereits 2019 in Frankfurt-Niederrad eingeführt. Die erste deutsche Metropolfiliale öffnete dort am 19. September 2019 nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit. In Wien, Madrid und London gibt es ähnliche Lösungen schon länger.
Das Grundprinzip ist einfach: Ein ebenerdiger Parkplatz bildet die Basis. Darüber liegt der eigentliche Verkaufsraum im ersten Obergeschoss. Der Eingangsbereich verbindet beide Ebenen. So entsteht mehr Nutzfläche, ohne dass das Grundstück größer sein muss.
Laut Lidl eignet sich das Konzept besonders für dicht bebaute Innenstadtlagen. Die Fassade lässt sich an das jeweilige Stadtbild anpassen. Der geringere Flächenverbrauch ist ein zentrales Argument des Unternehmens für diesen Bautyp.
Herne bekommt seinen ersten zweistöckigen Lidl
Für Herne ist das Vorhaben eine Premiere. Bislang gibt es dort keinen zweistöckigen Lidl-Markt. Die neue Filiale soll nach Fertigstellung heller und großzügiger sein als der Vorgängerbau. Konkrete Angaben zu Eröffnungstermin oder Investitionssumme liegen bislang nicht vor.
Herne ist für Lidl kein unbeschriebenes Blatt. Die Stadt spielt bereits eine wichtige Rolle in der Logistik des Discounters. Im April 2023 übergab Oberbürgermeister Frank Dudda die Baugenehmigung für ein neues Lebensmittelverteilzentrum in Herne an das Unternehmen. Der erste Bauabschnitt ist bereits in Betrieb. Nach Abschluss des zweiten Bauabschnitts im Frühjahr 2026 sollen von Herne aus bis zu 120 Lidl-Filialen in Nordrhein-Westfalen beliefert werden.
Einzelhandel unter Flächendruck
Der Trend zu mehrgeschossigen Supermärkten zeigt eine klare Entwicklung im stationären Einzelhandel. Innenstadtgrundstücke sind knapp und teuer. Gleichzeitig wollen Händler größere und modernere Filialen betreiben. Der Ausweg führt nach oben.
Dass das Konzept funktioniert, zeigen Beispiele aus anderen Städten. In Wanne-Eickel, einem Stadtteil von Herne, betreibt Kaufland bereits einen zweistöckigen Markt. Für Kunden ist das Einkaufen auf mehreren Ebenen also nicht ungewohnt.
Lidl verfolgt mit dem Metropolfiliale-Konzept eine klare Strategie für verdichtete Stadtgebiete. Statt auf der grünen Wiese zu bauen, setzt der Discounter auf Bestandslagen in bestehenden Quartieren. Alte Filialen werden abgerissen und durch modernere, größere Neubauten ersetzt.
Fazit
Die geplante Metropolfiliale in Herne ist ein weiterer Schritt in der Expansion von Lidl in NRW. Das Konzept ist erprobt und löst ein konkretes Problem: mehr Fläche auf weniger Grund. Für den Einzelhandelsstandort Herne ist das Projekt ein Signal. Die Stadt entwickelt sich für Lidl zu einem wichtigen Knotenpunkt, sowohl im Vertrieb als auch in der Logistik.