Unternehmen aus NRW

Milliardendeal: Kone schluckt TK Elevator – Gewerkschaft alarmiert

Ein Milliardendeal verändert den globalen Aufzugmarkt. Der finnische Konzern Kone übernimmt den deutschen Aufzughersteller TK Elevator (TKE) für rund 29,4 Milliarden Euro. Für die Beschäftigten in Deutschland könnte das weitreichende Folgen haben. Die IG Metall reagiert mit scharfer Kritik.

Fusion schafft neuen Weltmarktführer

TK Elevator ging einst aus dem Thyssenkrupp-Konzern hervor. Thyssenkrupp ist noch immer an dem Unternehmen beteiligt. Die Thyssenkrupp-Aktie reagierte positiv auf die Nachricht. Der Essener Industriekonzern dürfte durch den Verkauf erhebliche Erlöse erzielen.

Bereits zuvor hatte Kone versucht, TK Elevator zu übernehmen. Damals scheiterte der Versuch, auch weil der Finanzinvestor CVC eingeschaltet war. Diesmal scheint der Deal zu stehen.

Mit dem Zusammenschluss entsteht voraussichtlich ein neuer Weltmarktführer im Bereich Aufzüge und Fahrtreppen. Beide Unternehmen sind in zahlreichen Märkten aktiv. Die Überschneidungen sind erheblich.

Kartellbehörden dürften genau hinschauen

Branchenbeobachter rechnen mit einem langen Prüfverfahren. Die Überschneidungen im Markt sind so groß, dass mit erheblichem Widerstand zu rechnen ist. Das gilt sowohl von Seiten der Behörden als auch von Wettbewerbern.

Langwierige kartellrechtliche Prüfungen sind wahrscheinlich. Auch Rechtsstreitigkeiten können nicht ausgeschlossen werden. Für Kunden und Mitarbeiter bedeutet das: Unsicherheit über einen längeren Zeitraum.

IG Metall spricht von Angriff auf Mitbestimmung

Besonders laut ist die Kritik der Gewerkschaft. Die IG Metall zeigt sich empört über das Vorgehen der beteiligten Unternehmen. Grund: Die Mitbestimmungsgremien wurden vor der öffentlichen Bekanntgabe nicht informiert.

Das ist für die Gewerkschaft kein Kavaliersdelikt. Sie bezeichnet das Vorgehen als Angriff auf die Mitbestimmung. In Deutschland haben Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten und Betriebsräten klare gesetzliche Rechte. Dazu gehört auch das Recht auf frühzeitige Information bei Unternehmensveränderungen dieser Größenordnung.

Auch interessant  Führungswechsel bei Raiffeisen-Genossenschaft in Telgte

Die IG Metall fordert nun, die Beschäftigten bei allen weiteren Schritten einzubeziehen. Konkrete Forderungen betreffen den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Sicherung der deutschen Standorte.

Was das für den Standort NRW bedeutet

TK Elevator hat starke Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen entstand aus dem Thyssenkrupp-Konzern, der seinen Sitz in Essen hat. Tausende Beschäftigte arbeiten in der Region.

Fusionen dieser Größenordnung gehen selten ohne Stellenabbau vonstatten. Wo Strukturen sich überschneiden, wird in der Regel zusammengelegt. Welche Standorte betroffen sein könnten, ist derzeit noch offen.

Für den Mittelstand in NRW ist der Deal ebenfalls relevant. TK Elevator ist ein wichtiger Auftraggeber für zahlreiche kleinere Zulieferer und Handwerksbetriebe in der Region. Veränderungen in der Konzernstruktur können schnell auf die gesamte Lieferkette durchschlagen.

Fazit

Die geplante Übernahme von TK Elevator durch Kone ist ein Signal für den gesamten Industriestandort NRW. Ein Milliardengeschäft entscheidet über Tausende Arbeitsplätze. Ob und wie die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten gewahrt werden, wird die IG Metall genau beobachten. Die kartellrechtliche Prüfung dürfte die endgültige Entscheidung noch weit nach hinten verschieben. Bis dahin bleibt die Lage für Beschäftigte und Zulieferer ungewiss.

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"