Unternehmen aus NRW

Mühlhoff bildet selbst aus: Zulieferer gründet Werks-Akademie

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Der Automobilzulieferer Mühlhoff Umformtechnik GmbH aus Uedem geht einen ungewöhnlichen Weg. Das Unternehmen gründet eine eigene Akademie zur Qualifizierung von Facharbeitern. Damit reagiert der niederrheinische Mittelständler auf den anhaltenden Druck auf dem Arbeitsmarkt für Fachkräfte.

Fast 200 Jahre Unternehmensgeschichte

Mühlhoff wurde 1832 in Uedem gegründet und sitzt noch heute an seinem ursprünglichen Standort im Kreis Kleve. Dort fertigt das Unternehmen komplex umgeformte Bauteile und Komponenten für die Automobilindustrie.

Trotz dieser langen Tradition steht Mühlhoff vor denselben Herausforderungen wie viele andere Mittelständler in Nordrhein-Westfalen. Qualifizierte Facharbeiter für die Metallumformung sind rar, der externe Arbeitsmarkt liefert nicht genug geeignete Kandidaten.

Eigenausbildung als strategische Antwort

Statt weiter auf externe Bewerber zu warten, übernimmt Mühlhoff die Qualifizierung selbst. Das Konzept zielt darauf ab, Mitarbeiter gezielt für die spezifischen Anforderungen der Metallumformung zu schulen.

Dieser Schritt passt zur jüngeren Entwicklung des Unternehmens. Mühlhoff hat in den vergangenen Jahren konsequent in seine Produktionskapazitäten investiert. Zuletzt wurde eine 65 Tonnen schwere mechanische Presse mit einer Presskraft von 315 Tonnen in das Werk in Uedem verlagert, außerdem wurde eine 2000-Tonnen-Presse in Betrieb genommen. Wer solche Maschinen betreibt, braucht entsprechend qualifiziertes Personal.

Betriebliche Bildung als Mittelstands-Modell

Betriebseigene Qualifizierungseinrichtungen sind in der deutschen Industrie kein neues Konzept. Große Konzerne wie Volkswagen oder Siemens unterhalten seit Jahrzehnten eigene Lernzentren. Für einen Mittelständler aus einer Kleinstadt am Niederrhein ist dieser Schritt dennoch bemerkenswert.

Für Unternehmen dieser Größe bedeutet eine eigene Akademie erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Sie hat aber einen klaren Vorteil: Die Inhalte lassen sich exakt auf die eigenen Produktionsprozesse zuschneiden, was externe Weiterbildungsangebote oft nicht leisten können.

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Fachkräftemangel trifft Automobilzulieferer hart

Die Automobilzulieferbranche steht unter mehrfachem Druck. Der Wandel zur Elektromobilität verändert die Nachfrage nach bestimmten Bauteilen, während in vielen Betrieben erfahrene Facharbeiter für traditionelle Fertigungsverfahren wie die Metallumformung fehlen.

Die Umformtechnik erfordert spezielles Wissen. Werkzeugeinrichtung, Qualitätsprüfung und Maschinenbedienung bei Pressen dieser Größenordnung sind keine Fähigkeiten, die sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leicht finden lassen. Wer das Know-how nicht intern aufbaut, ist dauerhaft auf Zukauf angewiesen.

Standort Uedem als Stabilitätsfaktor

Uedem liegt im Kreis Kleve, nahe der niederländischen Grenze. Der ländlich geprägte Standort erschwert die Personalgewinnung zusätzlich. Pendler aus dem Raum Kleve, Goch oder Kalkar sind für viele Betriebe dort unverzichtbar.

Eine betriebliche Akademie kann auch die Bindung vorhandener Mitarbeiter stärken. Wer intern qualifiziert wird, identifiziert sich stärker mit dem Unternehmen. Das ist besonders für Familienunternehmen mit langer Tradition ein relevanter Faktor.

Fazit

Mühlhoff investiert mit der eigenen Akademie nicht nur in Maschinen, sondern auch in Personal. Ob dieses Modell für andere Zulieferer der Region Schule macht, wird sich zeigen.

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