Unternehmen aus NRW

Mülheim an der Ruhr: Wirtschaft kämpft um den Standort

Der Wirtschaftsstandort Mülheim an der Ruhr steckt in einer ernsthaften Krise. Der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft beschreibt die Lage deutlich: Die Stadt stehe wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Verbandschef Hanns-Peter Windfeder sieht zwar erste positive Signale. Doch er warnt: Die Umsetzung lässt auf sich warten.

Stimmung auf niedrigem Niveau

Die Stimmung unter den Mülheimer Unternehmen ist gedrückt. Besonders Industrie und Handel berichten von anhaltender Zurückhaltung. Personalabbau prägt in manchen Branchen das Bild. In anderen entstehen zwar neue Chancen, doch die Unsicherheit überwiegt.

Windfeder fasst die Lage knapp zusammen: Die Stimmung stagniere auf niedrigem Niveau. Viele Betriebe stünden zwischen Hoffen und Bangen. Die Signale seien da. Jetzt müsse es auch losgehen.

Das ist kein neues Problem. Bereits 2022 prognostizierte der Unternehmerverband Verunsicherung und düstere Zukunftsaussichten für die Mülheimer Betriebe. Seitdem hat sich die Grundlage kaum verbessert.

Strukturelle Schwächen bremsen den Aufschwung

Mülheim an der Ruhr kämpft mit strukturellen Problemen. Gewerbeflächen sind rar. Das schränkt Ansiedlungen und Erweiterungen von Betrieben spürbar ein. Wer wachsen will, findet schlicht keinen Platz.

Der Verband vertritt Unternehmen jeder Größe und Branche. Darunter sind Produzenten, Dienstleister, Logistiker, Händler und High-tech-Firmen. Nicht selten handelt es sich um Hidden Champions mit Weltmarktführerschaft in ihrer Nische. Diese Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen vor Ort.

Wettbewerbsfähigkeit als zentrale Aufgabe

Martin Jonetzko, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, benennt das übergeordnete Ziel klar. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen müsse zur dringlichsten Aufgabe werden. Wettbewerbsfähige Betriebe schaffen sichere Arbeitsplätze. Sie finanzieren die Sozialsysteme. Und sie sind die Voraussetzung für eine gelingende wirtschaftliche Transformation.

Ohne starke Unternehmen ist das alles nicht zu leisten. Das gilt für die europäische Ebene genauso wie für den Standort Mülheim.

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Forderungen an Politik und Verwaltung

Der Unternehmerverband richtet klare Forderungen an die lokale Politik. Wirtschaftspolitik müsse als zentrales kommunales Handlungsfeld ernst genommen werden. Der Verband will die Stimme der Wirtschaft bündeln und in die politischen Entscheidungen einbringen.

Konkret geht es um bessere Rahmenbedingungen für Betriebe. Dazu zählen Flächenverfügbarkeit, schlanke Verwaltungsverfahren und eine verlässliche Infrastruktur. Der Verband bietet seinen Mitgliedern dafür Unterstützung: von arbeitsrechtlicher Beratung bis hin zu wirtschaftspolitischer Interessenvertretung gegenüber Behörden.

Austausch als Antwort auf die Krise

Intern setzt der Verband auf Vernetzung. Arbeitskreise, Mitgliederforen und Unternehmertage sollen Impulse liefern. Der Ansatz: Unternehmer tauschen sich aus, lernen von Experten und stärken so ihre eigene Position.

Das reicht allein jedoch nicht. Ohne politische Rückendeckung und bessere Standortbedingungen bleiben die Möglichkeiten der Betriebe begrenzt.

Fazit: Signale reichen nicht

Der Unternehmerverband Mülheimer Wirtschaft beschreibt die Lage nüchtern und ohne Beschönigung. Die wirtschaftliche Situation bleibt angespannt. Erste positive Signale sind erkennbar. Doch zwischen Signal und Wirkung liegt in Mülheim derzeit noch eine große Lücke. Politik und Verwaltung müssen liefern. Die Geduld der Unternehmen hat Grenzen.

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