Niederrhein: Unternehmer wählen ihr wirtschaftliches Parlament
Alle fünf Jahre entscheiden die Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammern am Niederrhein, wer ihre Interessen vertritt. Im Herbst 2024 ist es wieder so weit: Die Vollversammlung wird neu gewählt. Es ist die wichtigste Wahl im Kammerleben.
Das Parlament der regionalen Wirtschaft
Die Vollversammlung ist das oberste Beschlussgremium einer IHK. Sie legt die grundsätzliche Ausrichtung der Kammer fest. Sie entscheidet über Mitgliedsbeiträge und Gebühren. Außerdem wählt sie das Präsidium.
Die Mitglieder der Vollversammlung arbeiten ehrenamtlich. Sie sind Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region. Ihr Engagement ist freiwillig, ihr Einfluss aber erheblich: Sie gestalten die Wirtschaftspolitik am Niederrhein aktiv mit.
Wahl in zwölf Branchen-Gruppen
Die Wahl zur Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein ist in zwölf Wahlgruppen gegliedert. Jede Gruppe repräsentiert eine Branche der regionalen Wirtschaft. Industrie, Handel, Dienstleistungen und weitere Sektoren sind darin vertreten.
Die Anzahl der Sitze pro Gruppe richtet sich nach der wirtschaftlichen Bedeutung der jeweiligen Branche. Größere Branchen stellen mehr Vertreter. So soll eine faire Gewichtung der unterschiedlichen Wirtschaftszweige gewährleistet werden.
Wer kandidiert und wer wählt
Kandidieren können Unternehmerinnen und Unternehmer, die Mitglied der jeweiligen IHK sind. Auch das aktive Wahlrecht liegt bei den Mitgliedsunternehmen. Betriebe erhalten ihre Wahlunterlagen direkt von der Kammer.
Die Niederrheinische IHK hat die planmäßige Wahl für 2024 angekündigt. Unternehmer stellen sich zur Wahl und werben um das Vertrauen ihrer Branchenkollegen. Die Beteiligung an dieser Wahl ist ein direktes Mittel der unternehmerischen Mitbestimmung.
Warum die Wahl für den Mittelstand zählt
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist die IHK-Vollversammlung ein wichtiges Gremium. Hier werden Positionen zur Standortpolitik erarbeitet. Hier fließen Forderungen an Politik und Verwaltung ein.
Wer in der Vollversammlung sitzt, hat Zugang zu Netzwerken und Informationen. Er oder sie kann die Interessen der eigenen Branche direkt einbringen. Das gilt für den Einzelhändler in Krefeld ebenso wie für den Industriebetrieb in Mönchengladbach oder den Dienstleister in Neuss.
Die IHK vertritt pflichtmäßig alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen ihres Bezirks. Das gibt der Vollversammlung eine breite demokratische Basis. Ihre Entscheidungen betreffen deshalb Tausende Betriebe in der Region.
Fazit
Die Neuwahl der IHK-Vollversammlung am Niederrhein ist mehr als eine Formalität. Sie bestimmt, wer die Wirtschaft der Region in den nächsten fünf Jahren repräsentiert. Mitgliedsunternehmen sollten ihr Wahlrecht ernst nehmen. Denn wer nicht wählt, überlässt anderen das Feld.