NRW beruft Digitalexperten neu: 25 Köpfe beraten die Politik
In Düsseldorf hat der Beirat Digitale Wirtschaft Nordrhein-Westfalen seine Arbeit in neuer Zusammensetzung aufgenommen. Das Gremium zählt nun 25 Mitglieder. Sie kommen aus der Start-up-Szene, dem Mittelstand, aus Großunternehmen, der Wissenschaft, aus Verbänden sowie aus dem Bereich Venture Capital. 15 Mitglieder waren bereits in der vorangegangenen Periode tätig. Zehn neue Mitglieder sind hinzugekommen.
Breite Expertise für die Digitalpolitik
Das Gremium deckt ein breites Themenspektrum ab. Vertreten sind unter anderem Expertinnen und Experten für Künstliche Intelligenz, Blockchain und eHealth. Auch das Feld der digitalen Bildung ist im Beirat besetzt. Damit soll das Gremium die gesamte Bandbreite der digitalen Transformation abbilden.
Für den Mittelstand in NRW ist diese Besetzung relevant. Kleine und mittlere Unternehmen stehen vor konkreten Herausforderungen bei der Digitalisierung. Sie brauchen praxisnahe Empfehlungen, keine theoretischen Leitfäden. Der Beirat soll genau das liefern: Impulse aus der Praxis direkt in die Landespolitik.
Mittelstand und Start-ups sitzen am selben Tisch
Besonders die Kombination aus etablierten Mittelständlern und jungen Start-up-Vertretern gilt als Stärke des Gremiums. Traditionelle Unternehmen bringen Erfahrung aus dem operativen Geschäft mit. Gründerinnen und Gründer hingegen kennen neue Technologien und Geschäftsmodelle aus erster Hand.
Dieser Mix soll verhindern, dass Empfehlungen an der Realität vorbeigehen. Digitalpolitik, die nur auf Papier funktioniert, hilft dem Handwerksbetrieb in Münster oder dem Maschinenbauer in Bielefeld nicht weiter. Das Gremium soll Brücken bauen: zwischen Technologie, Wirtschaft und Verwaltung.
Start-up-Ökosystem als Schwerpunkt
Eines der zentralen Themen der konstituierenden Sitzung war die weitere Entwicklung des Start-up-Ökosystems in NRW. Das Bundesland gilt als einer der größten Wirtschaftsstandorte Deutschlands. Dennoch hinkt es bei der Gründungskultur im Vergleich zu Berlin oder München noch hinterher.
Der Beirat soll hier konkrete Handlungsfelder identifizieren. Dazu gehören Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen ebenso wie Rahmenbedingungen für Ansiedlungen und Kooperationen mit der Wissenschaft.
Digitale Infrastruktur als Grundlage
Parallel zur Beiratsarbeit investiert das Land NRW in die digitale Infrastruktur. Ein eigenes Förderprogramm unterstützt Kreise und kreisfreie Städte beim Ausbau digitaler Strukturen vor Ort. Ohne verlässliche Infrastruktur bleibt jede Digitalstrategie wirkungslos. Das gilt besonders für ländliche Regionen, in denen viele mittelständische Betriebe angesiedelt sind.
Der Beirat kann hier als Scharnier wirken. Er verbindet die politische Ebene mit den tatsächlichen Bedürfnissen der Unternehmen. Gut vernetzte Gewerbegebiete, schnelle Datenleitungen und digitale Verwaltungsangebote sind für viele Betriebe keine Kür, sondern Pflicht.
Fazit: Beratung mit Substanz gefragt
Der neu konstituierte Beirat Digitale Wirtschaft NRW hat das Potenzial, die Landespolitik wirksam zu unterstützen. Die Zusammensetzung aus 25 Expertinnen und Experten verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen ist ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend wird sein, ob die erarbeiteten Empfehlungen auch tatsächlich in politische Maßnahmen einfließen. Für den Mittelstand in NRW steht dabei viel auf dem Spiel. Die digitale Transformation ist kein optionaler Prozess mehr, sie ist Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit.


