Bauen

NRW: CDU und Grüne drücken beim Baustoff-Recycling aufs Tempo

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

CDU und Grüne machen gemeinsam Druck. Die beiden Landtagsfraktionen haben einen neuen Antrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen eingebracht. Ihr Ziel: Die Landesregierung soll schneller handeln. Das Recycling von Baustoffen steht dabei im Mittelpunkt. Laut Branchenvertretern ist es der größte Hebel für mehr Ressourcenschonung in NRW.

Bauschutt dominiert das Abfallaufkommen

Das Bauwesen produziert gewaltige Mengen an Abfall. Abbruchmaterialien, Erdaushub und Baustellenabfälle machen den Löwenanteil des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland aus. Nordrhein-Westfalen ist als bevölkerungsreichstes Bundesland besonders betroffen.

Das Problem liegt nicht allein in der Menge. Ein Teil der Materialien gilt zwar offiziell als verwertet, landet in der Praxis aber häufig in der Verfüllung von Abgrabungen. Fachleute kritisieren das klar: Das sei keine echte Kreislaufwirtschaft.

Echtes Recycling bedeutet, dass Baustoffe wieder als vollwertige Materialien in neue Bauvorhaben fließen. Kalkstein etwa lässt sich direkt zu Schotterprodukten und Splitten verarbeiten, die dann bei der Herstellung von Beton eingesetzt werden können. Solche regionalen Stoffkreisläufe existieren bereits, sind aber noch die Ausnahme.

Politik und Wissenschaft ziehen an einem Strang

Landtag erhöht den Druck

Der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen ist ein politisches Signal. Die Fraktionen wollen die Arbeitsprozesse in der Landesregierung beschleunigen. Konkret geht es um klarere Rahmenbedingungen, bessere öffentliche Beschaffung und rückbaufreundliche Planung als Standard.

Die Grundlage dafür existiert bereits. Seit August 2023 gilt bundesweit die Ersatzbaustoffverordnung, die einheitliche Standards für die Nutzung von Recyclingmaterialien im Bauwesen festlegt. NRW nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Das Umweltministerium hat gemeinsam mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sowie der FH Münster eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung durchgeführt.

Auch interessant  Stromkosten im Haushalt senken: Welche kleinen Maßnahmen wirklich etwas bringen

Hochschule Düsseldorf baut Kompetenzzentrum auf

Auch die Wissenschaft handelt. Die Hochschule Düsseldorf startete im November 2025 das Projekt KoHaB, kurz für Kompetenzzentrum für zirkuläres Handwerk und Bauwirtschaft. Im Mittelpunkt steht ein Bauteillager als Reallabor.

Dort sollen Baustoffe, Bauteile und Materialien gesammelt, geprüft und wiederverwendet werden. Das Projekt verbindet Bildung, Praxistransfer und Baukultur. Handwerksbetriebe und Bauunternehmen aus der Region sollen direkt eingebunden werden.

Was Betriebe brauchen, um mitzumachen

Für kleine und mittelständische Unternehmen im Bauhandwerk ist Kreislaufwirtschaft kein abstraktes Konzept. Abbruchfirmen, Tiefbauer und Baustoffhändler sind direkt betroffen. Doch viele zögern noch.

Der Grund ist oft Unsicherheit. Welche Recyclingmaterialien dürfen verbaut werden? Welche Qualitätsstandards gelten? Wie läuft die Dokumentation? Diese Fragen müssen praxistauglich beantwortet werden.

Fachleute nennen als Voraussetzungen für ein funktionierendes System stabile Investitionsbedingungen, eine öffentliche Beschaffungspolitik, die Recyclingbaustoffe aktiv nachfragt, sowie transparentes Monitoring. Die Branche braucht außerdem qualifizierte Fachkräfte, die mit rezyklierten Materialien sicher umgehen können.

Chancen für den Mittelstand

Das Potenzial ist real. Wer frühzeitig auf Baustoff-Recycling setzt, sichert sich Wettbewerbsvorteile. Regionale Stoffkreisläufe stärken die Lieferketten vor Ort und machen Betriebe unabhängiger von schwankenden Rohstoffpreisen.

Öffentliche Auftraggeber in NRW sind aufgefordert, Recyclingbaustoffe stärker einzufordern. Das würde dem Mittelstand verlässliche Nachfrage sichern. Handwerksbetriebe, die jetzt investieren und Kompetenzen aufbauen, profitieren langfristig.

Fazit

Der politische Wille ist da. CDU und Grüne im Landtag drücken gemeinsam aufs Tempo. Wissenschaft und Wirtschaft liefern erste Antworten. Doch zwischen Antrag und Alltag liegt noch ein weiter Weg. Mittelständische Betriebe in NRW brauchen verlässliche Regeln und konkrete Unterstützung, damit aus dem politischen Ziel ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann.

Auch interessant  Kölner Strabag AG trotzt Kostendruck im Straßenbau

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"