NRW fördert 24 Defence-Tech-Projekte mit 25 Millionen Euro
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
Nordrhein-Westfalen setzt auf Verteidigungstechnologie aus eigener Hand. Das Land und die Europäische Union fördern gemeinsam 24 Defence-Tech-Projekte. Insgesamt stehen dafür 25 Millionen Euro EU-Mittel bereit. Ziel ist die Entwicklung einsatzfähiger Prototypen in sicherheitsrelevanten Technologiebereichen.
Mittelstand im Mittelpunkt der Förderung
Das Förderprogramm Defence.Tech.NRW richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen. Sie können die Mittel nur abrufen, wenn sie mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen kooperieren. Diese Struktur soll den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sicherstellen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf sogenannten Dual-Use-Lösungen, also Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch einsetzbar sind. Drohnentechnologie, Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und Robotik gehören zu den geförderten Feldern, ebenso der Schutz kritischer Infrastrukturen.
Neubaur: Sicherheit beginnt bei der Technologie
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begründet das Programm mit dem veränderten geopolitischen Umfeld. Wer Sicherheitstechnologien nicht selbst entwickle, mache sich abhängig. Verteidigungsfähigkeit beginne nicht erst bei der Bundeswehr. Sie starte bei sicheren Netzen, funktionierenden Infrastrukturen und technologischer Resilienz.
Mit dem Programm positioniert sich NRW als Standort für Verteidigungstechnologie. Das Land hat eine dichte Industriestruktur und mehrere sicherheitsrelevante Einrichtungen. In Kalkar etwa arbeiten Bundeswehr und Rüstungsindustrie gemeinsam an Schutzsystemen für Satelliten.
Europäischer Rahmen wächst
Das Landesprogramm ist in eine breitere europäische Verteidigungsinitiative eingebettet. Die EU-Kommission hat fünf gemeinsame Rüstungsprojekte freigegeben. Die Themen reichen von Drohnen und Satellitensystemen bis zum Schutz von Unterseekabeln. Für das Europäische Verteidigungsindustrieprogramm will die Kommission 325 Millionen Euro mobilisieren.
Die Kommission plant außerdem, bis zu 910 Millionen Euro für verteidigungsrelevante Technologien bereitzustellen. Darunter fallen Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Cloud-Infrastruktur und 5G. Diese Mittel sollen über bestehende EU-Programme wie Horizon Europe und den Europäischen Regionalfonds fließen.
NRW-Netzwerk bündelt Akteure
Das Land baut seit einigen Jahren systematisch ein Defence-Netzwerk auf. Unter dem Dach von defence.nrw finden Messen, Kongresse, Workshops und Netzwerktreffen statt, die Unternehmen, Forschung und Behörden zusammenbringen. Ziel ist ein koordinierter Kompetenzaufbau im Verteidigungsbereich.
Für den Mittelstand eröffnet dieses Netzwerk konkrete Geschäftschancen. Viele KMU in NRW haben Expertise in Präzisionstechnik, Softwareentwicklung oder Sensorik, die für Defence-Tech-Anwendungen direkt verwertbar ist.
Chancen für den NRW-Mittelstand
Das Programm Defence.Tech.NRW schafft einen strukturierten Zugang für kleine und mittlere Unternehmen zu Verteidigungsaufträgen. Die Kombination aus Landesförderung und EU-Mitteln senkt die Einstiegshürden. KMU, die in Bereichen wie Cybersicherheit, KI oder Drohnentechnik tätig sind, können die Fördermöglichkeiten prüfen. Die politische Richtung ist klar: NRW will bei Verteidigungstechnologie nicht nur Abnehmer sein, sondern Entwickler.



