Handwerk

NRW-Handwerk: Berufsschulen gefährden das duale System

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Das duale Ausbildungssystem im NRW-Handwerk steht unter Druck. Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) warnt vor einer strukturellen Schwächung der Berufsausbildung. Ursache sind vor allem schlechte Rahmenbedingungen an den Berufsschulen.

Lehrermangel trifft gewerbliche Fachrichtungen besonders hart

An den Berufsschulen in Nordrhein-Westfalen fehlen Lehrkräfte. Das gilt besonders für gewerblich-technische Fachrichtungen, in denen das Handwerk seinen Nachwuchs ausbildet. Der WHKT sieht darin eine direkte Gefahr für die Qualität des dualen Systems.

Jugendliche, die eine handwerkliche Ausbildung beginnen, sind auf gut ausgestattete Berufsschulen angewiesen. Fehlt die schulische Begleitung, geraten auch die Betriebe unter Druck. Sie können die Lücken nicht allein ausgleichen.

Hinzu kommt ein gesunkenes Schulniveau bei den Bewerberinnen und Bewerbern. Der WHKT stellt fest, dass junge Menschen mit schwächeren Grundkenntnissen in die Ausbildung starten. Defizite beim Lesen, Rechnen und Schreiben erschweren den Ausbildungsstart erheblich.

Berufliche Bildung bleibt gegenüber Studium benachteiligt

Die beiden größten Handwerkskammern in NRW erheben einen weiteren Vorwurf an die Politik. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung ist bislang kein verbindliches Staatsziel. Das Handwerk fordert eine entsprechende Verankerung im Grundgesetz oder in der Landesverfassung.

Solange das Abitur als gesellschaftlicher Königsweg gilt, bleibt die Lehre zweite Wahl. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt, obwohl der Bedarf an Fachkräften hoch ist.

Statistik unterschätzt die tatsächliche Ausbildungsleistung

Die offiziellen Ausbildungszahlen zeichnen ein verzerrtes Bild. Viele Handwerksbetriebe melden neue Ausbildungsverträge verzögert oder gar nicht. Die reale Ausbildungsleistung des NRW-Handwerks liegt damit höher als die Zahlen zeigen.

Die Lage ist schlechter als in starken Jahren, aber besser als die amtliche Statistik ausweist. Das sagen Kammern und Verbände seit einigen Monaten.

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Elektrotechnik, Sanitär und Heizungsbau mit positiver Entwicklung

In einzelnen Branchen läuft die Nachwuchsgewinnung wieder besser. In der Elektrotechnik sowie im Sanitär- und Heizungsbau melden die Handwerkskammern steigende Bewerberzahlen. Beide Bereiche profitieren von der Nachfrage nach energetischer Sanierung und dem Ausbau erneuerbarer Energien.

Auch der Strukturwandel in der Industrie wirkt sich aus. Jugendliche, die ursprünglich eine Stelle in der Industrie angestrebt hätten, orientieren sich um und bewerben sich im Handwerk.

Fehlender Abiturjahrgang erschwert Recruiting zusätzlich

In NRW fehlt in diesem Zyklus ein vollständiger Abiturjahrgang. Weniger Schulabgänger bedeuten weniger potenzielle Auszubildende für alle Branchen. Das Handwerk konkurriert dabei mit anderen Ausbildungsbereichen, Hochschulen und dualen Studiengängen.

Die Handwerkskammer Münster engagiert sich mit Veranstaltungen im Rahmen der Woche der Ausbildung, um Jugendliche direkt anzusprechen. Informationsstände und Betriebsbesichtigungen sollen das Handwerk greifbarer machen.

Politischer Rahmen muss stimmen

Das NRW-Handwerk hält die Ausbildungszahlen in Teilen stabil. Ohne verlässliche Berufsschulen und politische Gleichstellung zur akademischen Bildung bleibt das duale System jedoch gefährdet. Der WHKT hat seine Forderungen formuliert und wartet auf Antworten der Politik.

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