Handwerk

NRW-Handwerk: Drei Jahre Flaute ohne Ende in Sicht

Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen kommt nicht aus der Talsohle heraus. Umsätze schwächeln, Auftragsbücher bleiben dünn, und die Stimmung unter den Betrieben ist gedrückt. Es ist das dritte Krisenjahr in Folge. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Verunsicherung bremst Aufträge aus

Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, bringt die Lage auf den Punkt. Die Betriebe hätten Sorgen vor der Zukunft. Diese Verunsicherung wirke sich direkt auf das Handwerk aus. Kunden halten Investitionen zurück. Sanierungen werden verschoben. Aufträge bleiben aus.

Besonders unter Druck stehen Umsatz und Auftragslage. Das zeigen aktuelle Konjunkturberichte aus der Region. Im Bergischen Land meldet das Handwerk kaum Besserung. Im Kreis Kleve leidet die Branche unter anhaltend schwacher Nachfrage. Im Kreis Mettmann spricht die IHK von einer Herbstdepression, die die gesamte Wirtschaft erfasst hat.

Hohe Kosten, wenig Spielraum

Ein zentrales Problem bleibt die Kostenseite. Energie ist teuer. Materialpreise sind hoch. Beides frisst die Margen der Betriebe. Viele können gestiegene Kosten nicht vollständig an Kunden weitergeben. Der Spielraum ist gering.

Ehlert fordert deshalb konkrete politische Maßnahmen. Ganz oben auf seiner Liste steht eine Senkung der Stromsteuer. Energiekosten seien ein strukturelles Problem für das Handwerk. Ohne Entlastung bleibe die Branche im Nachteil.

Reformstau belastet Vertrauen

Hinzu kommt ein allgemeiner Reformstau. Bürokratie, langsame Genehmigungsverfahren und unklare politische Rahmenbedingungen verunsichern Betriebe und Kunden gleichermaßen. Wer nicht weiß, wohin die Reise geht, investiert nicht. Das gilt für Handwerksbetriebe selbst, aber auch für ihre Auftraggeber.

Besonders betroffen sind Gewerke, die vom Bausektor abhängen. Das Bauhandwerk leidet seit Jahren unter eingebrochener Neubaunachfrage. Hohe Zinsen und gestiegene Baukosten haben viele private Bauprojekte unfinanzierbar gemacht.

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Beschäftigung unter Druck

Die anhaltende Konjunkturschwäche hat Folgen für den Arbeitsmarkt. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks erwartet für 2026 zwar minimales Wachstum. Gleichzeitig rechnet der Verband aber mit dem Verlust von Zehntausenden Arbeitsplätzen in der Branche. 2025 war demnach ein besonders schwieriges Jahr.

Für NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland hat das besondere Bedeutung. Das Handwerk beschäftigt dort Hunderttausende Menschen. Ein anhaltender Stellenabbau trifft nicht nur Betriebe, sondern auch Auszubildende und Fachkräfte.

Regionale Unterschiede, gleiche Probleme

Ob Rhein und Ruhr, Bergisches Land oder Niederrhein: Die Grundprobleme sind überall dieselben. Zu hohe Kosten, zu wenig Nachfrage, zu viel Unsicherheit. Regionale Unterschiede gibt es, aber sie sind marginal. Die Krise ist flächendeckend.

Im Kreis Kleve etwa beschreiben Betriebe schwache Auftragseingänge als Dauerzustand. Im Großraum Düsseldorf mahnt die Handwerkskammer seit Monaten zur Geduld. Eine schnelle Erholung erwartet dort niemand.

Fazit: Handwerk braucht mehr als Durchhalteparolen

Das NRW-Handwerk steckt in einer hartnäckigen Krise. Drei Jahre in Folge ohne klare Erholung: Das zermürbt Betriebe, Mitarbeiter und Unternehmer. Die Forderungen aus der Branche sind konkret: günstigere Energie, weniger Bürokratie, verlässliche politische Rahmenbedingungen. Ob die Politik liefert, entscheidet mit darüber, wie viele Betriebe die nächsten Jahre überstehen.

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