NRW pumpt 70 Millionen Euro in sechs Industrieprojekte
Sechs neue Industrieprojekte sollen den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen stärken. Ein Begutachtungsausschuss hat die Vorhaben in der dritten Förderrunde zur Unterstützung empfohlen. Dafür stehen rund 70 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm EFRE/JTF 2021-2027 bereit.
Strukturwandel als Antrieb
Das Förderprogramm zielt auf Regionen ab, die besonders vom Strukturwandel betroffen sind. Im Fokus stehen das Rheinische Revier und das nördliche Ruhrgebiet. Beide Regionen stehen vor der Aufgabe, Industrie und Arbeitsplätze neu auszurichten.
Die Förderlogik ist klar: Unternehmen sollen sich ansiedeln oder bestehende Betriebe sollen erweitert werden. Damit sollen zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen. Gleichzeitig soll die wirtschaftliche Basis dieser Regionen verbreitert werden.
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hat das Programm öffentlich als Investition in Wirtschaft, Klima und Arbeitsplätze bezeichnet. Das Land setzt damit auf eine Kombination aus Industrieförderung und ökologischer Transformation.
Drei Runden, hohe Nachfrage
Die dritte Einreichrunde zeigt: Das Interesse der Wirtschaft ist groß. Bereits in den vorangegangenen Runden war die Nachfrage nach Fördermitteln hoch. Deshalb hat das Land die Möglichkeit geschaffen, weitere Projektideen einzureichen.
Für die erste und zweite Runde wurden rund 95 Millionen Euro EU-Mittel bereitgestellt. Für die dritte Runde kommen nochmals rund 70 Millionen Euro hinzu. Insgesamt fließen damit erhebliche Summen in die gezielte Unternehmensansiedlung.
Antragsteller können ab sofort Fördermittel für die sechs neu empfohlenen Projekte beantragen. Weitere Details zu den geförderten Vorhaben gibt das Wirtschaftsministerium NRW bekannt.
Bedeutung für den Mittelstand
Für mittelständische Unternehmen in NRW ist das Programm ein relevantes Signal. Es zeigt, dass das Land gezielt in die Ansiedlung von Betrieben investiert. Gerade im Rheinischen Revier und im Ruhrgebiet suchen viele Kommunen nach neuen Unternehmen für brachliegende Flächen.
Die Regionale Innovationsstrategie des Landes für den Zeitraum 2021 bis 2027 bildet den strategischen Rahmen. Sie definiert sieben Innovationsfelder, die auf das wirtschaftliche Stärken-Schwächen-Profil von NRW zugeschnitten sind. Das Ansiedlungsprogramm ist ein konkretes Instrument zur Umsetzung dieser Strategie.
Parallel fördert das Land auch Start-ups. Anfang Juli 2025 erhielten sechs ausgewählte Start-up-Hubs ihre Förderbescheide vom Wirtschaftsministerium. Das zeigt: Die Wirtschaftspolitik in NRW setzt auf zwei Schienen. Auf der einen Seite stehen etablierte Industrieunternehmen. Auf der anderen Seite werden junge Wachstumsunternehmen gezielt unterstützt.
Wettbewerb um Ansiedlungen bleibt intensiv
Nordrhein-Westfalen steht im Wettbewerb mit anderen Bundesländern um Unternehmensansiedlungen. Hohe Energiekosten, Fachkräftemangel und bürokratische Hürden belasten Standortentscheidungen. Mit gezielten EU-Fördermitteln versucht das Land, diese Nachteile zumindest teilweise auszugleichen.
Das Förderprogramm senkt das Investitionsrisiko für Unternehmen, die sich in strukturschwachen Regionen niederlassen wollen. Das ist für viele mittelständische Betriebe ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl.
Fazit
NRW setzt mit dem dritten Förderaufruf ein klares wirtschaftspolitisches Zeichen. Rund 70 Millionen Euro EU-Mittel fließen in neue Industrieansiedlungen. Der Fokus liegt auf Regionen, die Alternativen zur alten Industriestruktur brauchen. Für mittelständische Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Chancen, Investitionen mit öffentlicher Unterstützung anzugehen.