Tourismus

NRW-Tourismus drängt auf mehr politisches Gewicht

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Die Tourismuswirtschaft in Nordrhein-Westfalen macht Druck. Beim Tourismuspolitischen Forum der IHK NRW in Neuss trafen Branchenvertreter auf die Landtagsabgeordneten Thomas Okos von der CDU und Marc Zimmermann von Bündnis 90/Die Grünen. Die Botschaft war klar: Der Tourismus will als ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor behandelt werden.

Branche kämpft um Anerkennung

Das Tourismusdatenbarometer von IHK NRW und Tourismus NRW sowie eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts DIW Econ belegen die Bedeutung der Branche für das Land. Der Tourismus schafft Arbeitsplätze, generiert Umsätze und stützt viele mittelständische Betriebe in Regionen abseits der großen Ballungszentren.

Deutschlandweit hat die Tourismuswirtschaft bereits 2024 nahezu wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht – trotz gestiegener Energie- und Personalkosten und eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. Ohne gezielte politische Unterstützung bleibt das Wachstumspotenzial jedoch begrenzt.

Forderungen an Land und Bund

Die Vertreter der NRW-Tourismuswirtschaft fordern konkrete Maßnahmen auf mehreren Ebenen. Zentral ist der Wunsch nach besserer ressortübergreifender Koordinierung. Tourismuspolitik berührt Infrastruktur, Wirtschaftsförderung, Umwelt und Digitalisierung. Ohne abgestimmtes Handeln verpuffen Fördermittel wirkungslos.

Auf Bundesebene verschärft sich die Lage. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht Kürzungen im Tourismustitel von mehr als 15 Prozent vor. Stefan Schmidt, Sprecher für Tourismuspolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, bezeichnete diese Kürzung als nicht hinnehmbar. Zwischen dem Bekenntnis zur Tourismuswirtschaft und den tatsächlichen Haushaltsentscheidungen klafft eine Lücke.

Infrastruktur als Wettbewerbsfaktor

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion in Neuss war die Infrastruktur. Gute Straßen, verlässlicher Schienenverkehr und schnelles Internet sind Grundvoraussetzungen für wettbewerbsfähige Tourismusdestinationen. Gerade kleinere Betriebe im ländlichen NRW leiden unter Versorgungslücken. Für ausländische Gäste sind solche Schwachstellen sichtbar und abschreckend.

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Nachhaltigkeit braucht Investitionen

Die Branche fordert Unterstützung beim Umbau zu nachhaltigeren Angeboten. Hotels, Gastronomiebetriebe und Freizeiteinrichtungen müssen investieren, um klimafreundlicher zu werden. Ohne Förderanreize ist diese Transformation für viele mittelständische Betriebe finanziell kaum darstellbar. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft hatte zuletzt einen eigenen Budgettitel für den Tourismussektor gefordert, um solche Investitionen gezielt anzuschieben.

NRW als Testfall für Tourismuspolitik

Nordrhein-Westfalen hat Städtetourismus, Kulturangebote, Naturräume wie das Sauerland oder den Teutoburger Wald und eine starke Veranstaltungswirtschaft. Diese Vielfalt bringt unterschiedliche Bedürfnisse in den Teilsektoren mit sich. Eine koordinierte Landespolitik könnte die vorhandenen Stärken besser bündeln.

Das Forum in Neuss war ein erster Schritt im direkten Dialog zwischen Branche und Politik. Ob daraus konkrete Maßnahmen folgen, bleibt offen. Die Gesprächsbereitschaft war auf beiden Seiten erkennbar.

Fazit

Die NRW-Tourismuswirtschaft hat sich aus der Corona-Krise zurückgekämpft. Nun geht es darum, ob Politik und Verwaltung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Kürzungen im Bundeshaushalt und fehlende Koordinierung senden das falsche Signal. Eine Branche, die Arbeitsplätze sichert und Regionen stärkt, verdient mehr als ein Lippenbekenntnis.

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