Politik

NRW und Japan: 600 Firmen, ein gemeinsamer Wirtschaftskurs

Mehr als 600 japanische Unternehmen haben ihren europäischen Sitz in Nordrhein-Westfalen. Das macht das Bundesland zu einem der bedeutendsten Standorte für japanische Investitionen auf dem Kontinent. Diese Zahlen sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer wirtschaftspolitischen Strategie, die das Land seit Jahrzehnten konsequent verfolgt.

Jahrzehnte gewachsene Wirtschaftsbeziehungen

Seit mehr als 60 Jahren pflegen Nordrhein-Westfalen und Japan intensive Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Besonders Düsseldorf gilt als wichtiges Zentrum dieser Partnerschaft. Die Stadt beherbergt eine der größten japanischen Gemeinschaften in Europa.

Die Zusammenarbeit beschränkt sich längst nicht mehr auf klassischen Warenhandel. Beide Seiten arbeiten gemeinsam an Zukunftsthemen. Dazu gehören erneuerbare Energien, Wasserstofftechnologie, Elektromobilität und Medizintechnik.

Neue Abkommen festigen die Partnerschaft

Im Januar 2026 empfing Ministerpräsident Hendrik Wüst den Gouverneur der japanischen Präfektur Fukushima, Masao Uchibori, in Düsseldorf. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Gouverneur Uchibori unterzeichneten ein Memorandum of Understanding. Dieses Dokument vertieft die seit 2014 bestehende Zusammenarbeit und setzt neue Schwerpunkte.

Konkret geht es um Technologietransfer in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserstoff und Ammoniak sowie Medizintechnik. Die Partnerschaft mit Fukushima wurde seitdem mehrfach verlängert und inhaltlich erweitert.

Bereits 2021 hatte NRW eine Absichtserklärung mit der Präfektur Tokio unterzeichnet. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und Akinori Muramatsu, Generaldirektor des Amtes für Industrie und Arbeit der Präfekturregierung Tokio, besiegelten damals die verstärkte wirtschaftliche Kooperation.

Delegation bereist Tokio, Osaka und Aichi

Im Juni 2025 reiste eine Wirtschaftsdelegation aus NRW nach Japan. Staatssekretär Paul Höller besuchte Tokio, Osaka und die Präfektur Aichi. Auf dem Programm standen Unternehmensbesuche und Netzwerktreffen zu Smart Mobility und Energiespeicherung.

Das Land führte Gespräche mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft JETRO über eine Freihandelskooperation. Mit der Präfektur Osaka wurde die Zusammenarbeit bei klimaschonenden Antrieben und Batterietechnologien besprochen.

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Chancen für den Mittelstand in NRW

Die Kooperationen auf Landesebene schaffen auch Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen in NRW. Insbesondere in der Elektromobilität, der Energiespeicherung und der Gesundheitswirtschaft entstehen neue Marktmöglichkeiten.

Beim Wirtschaftstag Japan, den NRW.Global Business regelmäßig organisiert, präsentieren Vertreter aus Wirtschaft und Institutionen beider Seiten ihre Strategien und Erfahrungen. Solche Formate erleichtern es mittelständischen Unternehmen, Kontakte zu japanischen Partnern aufzubauen.

Der Japan-Tag 2026 findet am 23. Mai in Düsseldorf statt. Er ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein Signal für die Tiefe der Beziehungen zwischen NRW und Japan.

Fazit

Nordrhein-Westfalen hat seine Wirtschaftsbeziehungen zu Japan über Jahrzehnte aufgebaut. Heute ist diese Partnerschaft strategisch ausgerichtet. Erneuerbare Energien, Wasserstoff, Mobilität und Gesundheit sind die Felder, auf denen beide Seiten gemeinsam wachsen wollen. Für den Mittelstand in NRW bietet diese Partnerschaft konkrete Zugänge zu einem wichtigen asiatischen Markt.

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