Politik

NRW-Wirtschaft rüstet sich für den Krisenfall

Am 14. August 2025 trafen sich rund 30 Vertreter der IHKs in Nordrhein-Westfalen und der Landesregierung beim Landeskommando der Bundeswehr in Düsseldorf. Thema war die Gesamtverteidigung Deutschlands und die Rolle, die Unternehmen dabei spielen sollen. Auslöser dieser verstärkten Zusammenarbeit ist die sicherheitspolitische Neuausrichtung nach dem russischen Angriffskrieg.

Bundeswehr und Wirtschaft: Neue Partnerschaft im Ernstfall

Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen ist die oberste territoriale Kommandobehörde der Bundeswehr im Land. Es untersteht dem Operativen Führungskommando der Bundeswehr in Berlin. Im Rahmen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit ist es der primäre Ansprechpartner für die Landesregierung. Diese Rolle gewinnt durch die veränderte Sicherheitslage in Europa neue Bedeutung.

Brigadegeneral Müller betonte die Bedeutung des Treffens. Er sieht es als entscheidend an, die IHKs auf einen gemeinsamen Stand zu bringen. Die Botschaft an die Wirtschaftsvertreter war klar: Unternehmen müssen sich auf mögliche Krisensituationen vorbereiten. Das betrifft Lieferketten, Logistik und kritische Infrastruktur.

OPLAN Deutschland: Was Unternehmen wissen müssen

Der OPLAN Deutschland ist ein militärischer Operationsplan für den Verteidigungsfall. Er legt fest, wie Bundeswehr und zivile Strukturen im Krisenfall zusammenwirken. Für Unternehmen in NRW bedeutet das: Sie könnten im Ernstfall in staatliche Planungen eingebunden werden. Das kann Transportleistungen, Lagerkapazitäten oder Versorgungsaufgaben betreffen.

Ulrich Biedendorf ist fachpolitischer Sprecher für Verteidigung und Wirtschaft bei der IHK NRW. Er formuliert die Anforderung an die Unternehmen klar. Für Betriebe sei es essenziell, frühzeitig zu wissen, wie sie ihre Lieferketten, Logistik und Infrastruktur krisenfest gestalten können. Wer heute nichts plant, steht im Krisenfall ohne Konzept da.

Mittelstand besonders gefragt

Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind ein wichtiger Teil der Versorgungsinfrastruktur in NRW. Handwerksbetriebe, Logistikunternehmen und Zulieferer erfüllen Aufgaben, die im Krisenfall systemrelevant werden können. Bisher fehlt vielen Betrieben das Wissen über konkrete Anforderungen und Pflichten. Genau das soll die neue Zusammenarbeit zwischen IHK und Bundeswehr ändern.

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Die Informationsveranstaltung in Düsseldorf war ein erster Schritt. Die IHKs sollen als Multiplikatoren wirken und ihre Mitgliedsunternehmen gezielt informieren. Das Landeskommando plant, diesen Austausch weiter auszubauen.

Gesamtverteidigung als gesellschaftliche Aufgabe

Der Begriff Gesamtverteidigung umfasst mehr als militärische Stärke. Er schließt die Widerstandsfähigkeit der gesamten Gesellschaft ein. Dazu gehören funktionierende Lieferketten, stabile Energieversorgung und eine belastbare Kommunikationsinfrastruktur. Unternehmen sind dabei keine Zuschauer, sondern aktive Akteure.

Die Landesregierung NRW war bei dem Treffen durch Vertreter verschiedener Ressorts präsent. Das zeigt: Das Thema wird ressortübergreifend ernst genommen. Wirtschaft, Verwaltung und Militär sollen enger verzahnt werden als bisher.

Lieferketten im Fokus

Eine der zentralen Fragen der Veranstaltung war der Schutz von Lieferketten. Cyberangriffe, Sabotage und physische Störungen sind reale Risiken. Unternehmen sollen lernen, solche Szenarien in ihre Notfallplanung aufzunehmen. Die Bundeswehr kann dabei beratend tätig sein und Wissen aus der militärischen Planung einbringen.

Fazit: Ein Signal mit Konsequenzen

Das Treffen in Düsseldorf war mehr als eine Informationsveranstaltung. Es markiert einen Kurswechsel: Die Wirtschaft in NRW soll aktiv in die Sicherheitsplanung des Landes eingebunden werden. Für den Mittelstand bedeutet das neue Verantwortung. Betriebe müssen sich fragen, welche Rolle sie im Krisenfall spielen und wie sie sich darauf vorbereiten. Die IHKs wollen bei dieser Aufgabe als Brücke zwischen Bundeswehr und Unternehmen dienen. Der Austausch soll fortgesetzt werden.

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