Logistik

Rhein-Krise: NRW drängt Bund zu mehr Tempo bei Schiffserneuerung

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Der Rhein macht Probleme. Die Pegelstände haben zuletzt historische Tiefststände erreicht und die bisherigen Rekordwerte aus dem Jahr 2018 unterschritten. Für die Binnenschifffahrt in Nordrhein-Westfalen bedeutet das: weniger Ladung, höhere Kosten, gestörte Lieferketten. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat deshalb klare Forderungen an den Bund gestellt.

Schiffe können kaum noch laden

Sinkt der Rheinpegel, sinkt auch die Tragfähigkeit der Schiffe. Frachtschiffe können dann nur noch einen Bruchteil ihrer normalen Kapazität nutzen. Für die Industrie entlang des Rheins ist das ein ernstes Problem. Chemieunternehmen, Stahlproduzenten und Energieversorger sind auf die Wasserstraße angewiesen. Die IHK NRW hat die wirtschaftlichen Folgen als erheblich bezeichnet.

Das Beispiel des Frachtschiffs „Courage“ der HGK Shipping zeigt, was moderne Technik leisten kann. Das Schiff ist auf niedrige Pegel ausgelegt und bleibt auch bei geringen Wasserständen einsatzfähig. Genau diese Art von Schiffen soll künftig die Regel sein.

Krischer fordert Taskforce und Bundesgeld

Minister Krischer hat den Bund öffentlich aufgefordert, eine nationale Taskforce einzurichten, die das Niedrigwasserproblem koordiniert angeht, und Geld für den Ausbau der Fahrrinne sowie die Erneuerung der Flotte bereitzustellen.

Konkret geht es um das Förderprogramm des Bundes für niedrigwasseroptimierte Schiffe. Dieses Programm soll ausgebaut werden. Bundesverkehrsminister Bilger hat signalisiert, die Förderung weiterführen zu wollen. Krischer erwartet nun, dass aus dieser Ankündigung schnell konkrete Maßnahmen werden.

Moderne Flotte als Schlüssel

Ein niedrigwasseroptimiertes Schiff hat einen flacheren Rumpf und kann bei geringerer Wassertiefe noch wirtschaftlich fahren. Der Umbau oder Neubau solcher Schiffe kostet jedoch viel Geld. Ohne Förderung lohnt sich die Investition für viele Reedereien nicht. Deshalb ist die Bundesförderung für die Branche zentral.

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Die HGK Shipping, ein Logistikunternehmen mit Sitz in Köln, hat bereits in solche Schiffe investiert. Die Technologie ist vorhanden. Was fehlt, ist die breite Umsetzung in der Flotte.

Wasserstraßen brauchen mehr Investitionen

Neben der Flottenerneuerung fordert NRW auch strukturelle Verbesserungen an den Wasserstraßen selbst. Der Ausbau der Fahrrinne des Rheins soll den Schiffen auch bei niedrigem Pegel mehr Spielraum geben. Das ist ein langfristiges Vorhaben, das Bundesplanung und Bundesgeld erfordert.

Diskutiert wird auch der Bau von Staustufen. Ob diese das Niedrigwasserproblem dauerhaft lösen können, ist umstritten. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Die Kombination aus moderner Flotte, ausgebauter Fahrrinne und koordinierter Bundesstrategie gilt als realistischster Weg.

Duisburg als größter Binnenhafen Europas

Duisburg betreibt den größten Binnenhafen Europas. Was am Rhein nicht fährt, fehlt hier. Die Stadt und ihre Hafenwirtschaft sind vom Niedrigwasser direkt betroffen. Krischer hat die Situation in Duisburg vor Ort besichtigt und seine Forderungen an den Bund von dort aus formuliert.

Für die mittelständischen Unternehmen entlang des Rheins ist die Lage ernst. Wer Rohstoffe per Schiff bezieht oder Waren per Schiff verschickt, muss bei Niedrigwasser auf teurere Alternativen wie Lkw oder Bahn ausweichen. Das treibt die Kosten und belastet die Wettbewerbsfähigkeit.

Fazit: Bund muss liefern

NRW hat seine Position klar gemacht. Die Rheinschifffahrt ist für das Bundesland ein wirtschaftlicher Grundpfeiler. Ohne verlässliche Wasserstraßen geraten Lieferketten ins Stocken. Der Ball liegt beim Bund. Bundesminister Bilger hat erste positive Signale gegeben. Ob daraus ein konkretes Förderprogramm mit ausreichendem Umfang wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen in Berlin.

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