Energie

Rhein-Niedrigwasser treibt Dieselpreis in NRW auf Rekordniveau

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

Tanken in NRW kostet derzeit mehr als irgendwo sonst in Deutschland. Der Dieselpreis liegt laut ADAC-Auswertung bei 2,254 Euro pro Liter. Ursache ist nicht allein der steigende Ölpreis. Der historisch niedrige Wasserstand des Rheins stört die Kraftstoffversorgung empfindlich.

Rhein als Flaschenhals der Energieversorgung

Der Rhein ist eine der wichtigsten Transportachsen für Mineralölprodukte in Westdeutschland. Tanker und Frachtschiffe liefern Kraftstoff zu Raffinerien und Depots entlang des Flusses. Bei Niedrigwasser können diese Schiffe nur noch mit reduzierter Ladung fahren. Das senkt die Liefermengen. Die Versorgung wird knapper, die Preise steigen.

Deltaport-Chef Andreas Stolte hat die Lage öffentlich als ernst bezeichnet. Der Hafen Wesel gehört zu den wichtigen Umschlagpunkten für Güter in NRW. Wenn der Rhein kaum noch schiffbar ist, spüren das Logistik, Industrie und Gewerbe unmittelbar.

Diesel so teuer wie nirgends sonst

Der bundesweite Vergleich zeigt ein deutliches Gefälle. In Mecklenburg-Vorpommern kostet ein Liter Diesel 2,172 Euro. In NRW sind es 2,254 Euro. Das ist ein Unterschied von über acht Cent pro Liter. Für einen Transporter mit 70-Liter-Tank bedeutet das rund sechs Euro mehr pro Tankfüllung.

Für Handwerksbetriebe, Lieferdienste und Spediteure, die täglich mehrfach tanken, summiert sich das schnell. Ein Betrieb mit fünf Fahrzeugen zahlt pro Woche deutlich mehr als Wettbewerber in Bayern oder Berlin.

Auch bei Superbenzin E10 gehört NRW zu den teuersten Bundesländern. Hessen führt dort mit 2,164 Euro pro Liter, gefolgt von NRW und Rheinland-Pfalz. Die günstigsten Preise finden sich in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bayern.

Sonntagsfahrverbot ausgesetzt

Die Politik hat auf die Versorgungsengpässe reagiert. NRW hat das Sonntagsfahrverbot für Lkw gelockert. Warenbeförderungen und Leerfahrten sind nun auch sonntags erlaubt. Gleiches gilt für Samstage in den Sommerferien, an denen tagsüber normalerweise ein Fahrverbot gilt.

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Ob das die Versorgungslücken schließt, die der ausbleibende Schiffsverkehr hinterlässt, hängt vom weiteren Wasserstand des Rheins ab. Solange die Dürre anhält, bleibt der Pegel niedrig.

Dürre als strukturelles Problem

Der niedrige Rheinpegel ist kein kurzfristiges Phänomen. Anhaltende Trockenheit hat die Wasserstände über Wochen gedrückt. Das trifft NRW besonders hart, weil das Land stark auf den Rhein als Transportweg angewiesen ist.

Die Folgen gehen über den Spritpreis hinaus. Auch Lebensmittelpreise steigen. Dürrebedingte Ernteausfälle zeigen sich bereits in den Supermarktregalen. Für kleine und mittelständische Betriebe, die auf günstige Kraftstoffkosten und stabile Einkaufspreise angewiesen sind, entsteht ein doppelter Kostendruck.

Belastung für den Mittelstand

Besonders betroffen sind Betriebe mit hohem Fahrzeugbedarf. Handwerker, Kurierdienste, Baubetriebe und der Lebensmittelgroßhandel können höhere Kraftstoffkosten nur begrenzt an Kunden weitergeben. Langfristige Angebote und Rahmenverträge erschweren kurzfristige Preisanpassungen.

Ein niedriger Wasserstand ist kein abstrakt-meteorologisches Ereignis. Er schlägt sich direkt in der Betriebskostenabrechnung nieder.

Fazit

NRW trägt derzeit die höchsten Kraftstoffkosten Deutschlands. Solange der Rheinpegel niedrig bleibt, bleiben auch die Preise hoch. Für den Mittelstand im Land bedeutet das höhere Kosten, weniger Spielraum und keine schnelle Entlastung in Sicht.

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